Frankfurt Bis zum 8. September, Kunstverein: "Hein Heckroth"

Hein Heckroth war Maler, Bühnenbildner, Filmausstatter. Seinen größten Erfolg hatte er mit dem Film "Die roten Schuhe". Bei der Arbeit fürs Fernsehen hat er einige wichtige Ideen entwickelt, statt der üblichen Szenenausstattung sollte eine Folge von Bildern neben der Handlung herlaufen, eine Untermalung mit künstlerischem Eigenwert, Teil einer umfassenden Dramaturgie. Die Gedächtnisausstellung – Heckroth ist im Juli gestorben – bringt rund 80 Beispiele aus seiner Arbeit fürs Theater in den Jahren 1921 bis 1970. Die gerade aktuellen Tendenzen in der Malerei, Kubismus, Expressionismus, Sachlichkeit, werden intelligent und mit künstlerischer Ökonomie auf die Bühne transponiert. Für diese Vermittlerrolle war Heckroth als "freier Künstler" durch seine Arbeit disponiert, die durch ebenso viele Proben belegt ist. Im Surrealismus hat Heckroth den seinen Intentionen entsprechenden Stil gefunden, an diesem Konzept hat er bis in seine späten Frankfurter Jahre festgehalten.

Krefeld Bis zum 6. September, Museum Haus Lange: "Timm Ulrichs"

Timm Ulrichs retrospektiv, der deutsche Totalkünstler Nr. 1 im Museum, gesammelte Einfälle, Witze, Blödeleien, Wortspiele, Bildspiele, metaphysikalischer Tief- und Stumpfsinn. Im Eingangsraum wird Tautologisches demonstriert: Die Laufschrift repetiert endlos "Eine Tautologie ist eine Tautologie ist eine Tautologie ist eine ...". Im Hintergrund zwei als Bäume verkleidete Bäume und die zwei Meter hoch in Holz ausgeführten karthographischen Zeichen für Laub- und Nadelbäume (à la Brüning). Ganz reizend nebenan die Wassergläser mit Salzausblühungen, Erinnerungen an den Physikunterricht, Anweisung zur Herstellung künstlicher Aquarien. Die Salze bilden im Wasser Korallenriffe und Algen, bunteste Unterwasserflora und -fauna. Timm Ulrichs visualisiert auch den "Einverleibungsprozeß von Sprache" mittels Buchstabenkeksen und -nudeln, "die einzig eßbare Poesie und im Gegensatz zu avantgardistischer Lyrik leicht verdaulich", und zitiert auch noch Krolow über Heißenbüttel und merkt nicht einmal, daß er mit solchen Späßen den Spießern aus dem Herzen redet. Timm Ulrichs will primär und zentral die Beziehung von "Ich und Welt" aufklären, mit Hilfe von Spiegel und Photo stellt er die Frage nach der Realität des Realen, Spiegelbild des Vor-Bildes und Abbildung, Experimentalphilosophie auf der Unterstufe. Das "Tischstuhl – Objekt" von 1968 provoziert den Zweifel an der begrifflichen Bestimmbarkeit zuhandener Gegenstände, die ihren Dingcharakter lediglich der jeweiligen Subjektbezogenheit verdanken. Wanderschuhe, die mit einem Kompaß bestückt sind, führen zum Nordpol, und zur Wahrheit gelangt der Totalkünstler, indem er sie auf den Kopf stellt. Zur Ausstellung gehört auch das "Literarische Gesamtwerk 1968" (Text auf Tonband). Weiterhin im Programm: Gottfried Sello

Darmstadt Bis zum 11. November, Mathildenhöhe: "3. Internationale der Zeichnung"

Aktuelle Tendenzen, die sich auch in der Zeichnung bemerkbar machen, werden in Darmstadt ausgeklammert. Nur der Neue Realismus wird breit und mit vorwiegend negativen Beispielen vorgeführt. Daneben zwei Retrospektiven für Klimt und Matisse.

Düsseldorf Bis zum 4. Oktober, Kunstverein: "Peter Aackermann"

Ein exzellenter Graphiker, der historische und utopische Städte plant und Architekturen mit politischen Perspektiven zeichnet.