Vor zwei Jahren waren es die Äpfel, im vergangenen Jahr die Birnen. Diesmal sind es Birnen und Pfirsiche, die in Massen auf italienischen Abfallhaufen landen.

Allein die Pfirsichernte ist um die Hälfte auf dreizehn Milliarden Doppelzentner gestiegen. Italien, das sich gern als Obstgarten Europas sieht, hat in den vergangenen Jahren die Anbauflächen erheblich ausgeweitet. Auch Frankreich tat alles, um das große EWG-Geschäft zu machen.

Ein italienisches Regierungsangebot von 2000 Mark Prämie je Hektar für die Rodung unwirtschaftlicher Obstgärten fruchtete wenig. Neupflanzungen schießen überall aus dem Boden. Allein 13 000 Hektar Birnen-Plantagen werden erst in den nächsten Jahren Erträge bringen.

In der Bundesrepublik, dem ersten Kunden Italiens, findet der Pfirsich- und Birnenüberschuß nur zögernd Aufnahme. Griechische Pfirsiche sind billiger. Alle römischen Vorstellungen bei der EWG-Kommission waren bislang erfolglos. Selbst im Inland gelingt es Italiens Verwaltungsstrategen und Verteiler-Organisationen nicht, das Obst billig an den Kunden zu bringen. Der italienische Konsument kauft zum zwei- bis dreifachen Erzeugerpreis.

Die Bauern sind nicht genügend organisiert, um die Pfirsiche selbst auf den Markt zu bringen. Und die Konserven- und Saft-Industrie kann nur fünf Prozent der Pfirsich-Ernte aufnehmen, obwohl der EWG-Markt nach Schätzungen mindestens das zehnfache an Konserven verbrauchen könnte.