In dieser Ausgabe beginnt DIE ZEIT mit ihren neuen „Rubrik-Stellenanzeigen“. Diese sollen Ihnen, verehrter Leser, dazu dienen, sich mit Hilfe der Rubrizierung ohne langes Suchen einen Überblick über Angebot und Nachfrage in Ihrem Beruf zu verschaffen. Den Inserenten soll dieser Stellenteil Kosten ersparen: Wir haben sie gebeten, sich an eine Höhe von 10 cm zu halten.

Der Erfolg, der sich auf diesen Seiten niederschlägt, überrascht auch uns. Gewiß: Seit einem Jahr haben wir zahlreiche Personalchefs der kleinen, mittleren und großen Unternehmen besucht. Vielen haben wir geschrieben; mit vielen haben wir quer durch Deutschland telephoniert. Daß der goodwill für die ZEIT und diesen Plan groß war, das konnten wir schnell spüren. Aber auch die Zweifel. Gilt nicht – bei Lesern und Firmen – immer noch der Grundsatz, daß eine Anzeige um so größer sein müsse, je wichtiger (und besser bezahlt) die Stelle ist? Muß man nicht mit einer großen Anzeige imponieren, um überhaupt gehört zu werden?

Das Ergebnis in dieser Nummer zeigt: Die Wirtschaft hat bei den herkömmlichen Stellenteilen zwar mitgemacht, und sie wird gewiß auch zukünftig nicht auf diese verzichten. Doch was in anderen Ländern geht (wo auch die bedeutendsten Positionen in kleinen, oft klassifizierten Anzeigen angeboten werden), das muß schließlich auch bei uns möglich sein.

Wir sind allen, die an diesem Experiment teilgenommen haben, wirklich von Herzen dankbar. Die entnervende Belastung der letzten Tage – akzeptiert die Wirtschaft das neue Modell oder nicht? – erfaßte alle, die in der ZEIT daran gearbeitet haben.

Premierenpannen gab es – natürlich; denn noch nie ist versucht worden, einen neuen Stellenteil aus dem Boden zu stampfen. Es ist klar zu sehen, daß manche Firmen in den letzten Wochen ihre Anzeigen „aufgespart“ und uns jetzt gleich mehrere Anzeigen auf einmal gegeben haben. Deshalb können wir sicher nicht jedesmal vor unseren Lesern eine solche Fülle ausbreiten wie in dieser Nummer.

Wir werden weiter Erfolg haben, wenn unsere Leser und ihre Freunde von dem neugeschaffenen Instrument auch Gebrauch machen, wenn nämlich die Inserenten auf ihre Anzeigen in der ZEIT auch viele Bewerbungen bekommen. Eins macht uns keine Sorge: Die ZEIT-Leser wissen, daß eine kleine Anzeige im „Rubrik-Stellenteil“ das gleiche aussagt wie eine groß aufgemachte. Daß ZEIT-Leser zum qualifizierten Teil unserer Bevölkerung gehören, das wissen wir aus vielen Untersuchungen über die Zusammensetzung unserer Leserschaft.

Dennoch hätten wir unser neues Vorhaben gern einem noch größeren Kreise bekanntmacht. Da aber gab es plötzlich Schwierigkeiten. Gewiß: Der Spiegel gab uns drei Seiten für eine (für den Stellenteil werbende) Anzeige. Gruner + Jahr stellte uns im stern drei Seiten, in Capital eine Seite zur Verfügung. Herzlichen Dank an Rudolf Augstein und John Jahr. Versagt haben sich uns dagegen die großen überregionalen Tageszeitungen. Es kann doch wohl nicht sein, daß die Blätter mit den riesigen Stellenteilen Angst vor dem Neuling hatten?