Diese Woche treffen sich die Delegierten der 41 Mitgliedsstaaten der Organisation für afrikanische Einheit (OAU) in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba zu ihrer 7. Konferenz. Zuvor hatten die Außenminister beraten. Ihre Hauptthemen waren die Waffenlieferungen an Südafrika und das Cabora-Bassa-Projekt.

Kaiser Haile Selassie hatte bei der Eröffnung den Verkauf von militärischem Gerät an Südafrika als „flagrante Verletzung“ des von der UN beschlossenen Embargos bezeichnet. Kenia forderte die afrikanischen Staaten zu „individuellem und kollektivem“ Druck gegen die Hauptlieferanten England, Frankreich und die Bundesrepublik auf. Trotz Bonner Dementis behaupteten die Konferenzteilnehmer, Beweise für Waffenhandelsverträge zwischen der Bundesrepublik und Südafrika zu besitzen.

Generalsekretär U Thant sagte zur Eröffnung der OAU-Vollkonferenz, Südafrikas Handelspartner müßten einsehen, daß wirtschaftliche Interessen hinter politisch-sozialen Erwägungen zurückstehen müßten. Die Delegierten verurteilten ebenfalls die westliche Hilfe für den Bau des Cabora-Bassa-Staudamms in der portugiesischen Kolonie Moçambique; an dem Projekt ist auch Bonn beteiligt.