Am Goldmarkt wird jede auch noch so entfernteMöglichkeit benutzt, den Goldpreis "nachzureden". Ende; dervergangenen Woche erreichte er mit 35,85 Dollar je Unze Feingold den höchsten Preis seit vier Monaten. Begründung für den Preisanstieg: Am 21, September beginnt in Kopenhagen die Jahrestagung der Weltbank und ihrer Organisationen. Und bei dieser Gelegenheit, könnte über eine Erweiterung der Bandbreiten gesprochen werden, also der Marge, innerhalb der die Währungen untereinander ausgetauscht werden. Weitere Schlußfolgerung der Goldspekulanten: Vielleicht wird auch über den Goldpreis gesprochen.

Dabei, sind die Chancen für eine Änderung des Goldpreises in den letzten Jahren kaum jemals so gering gewesen wie jetzt. Eine Erhöhung des offiziellen Goldpreises käme einer Abwertung des Dollar gleich. Und das wäre ein Prestigeverlust, den die ohnehin unter Druck stehende Regierung Nixon kurz vor den Kongreßwahlen mit Sicherheit nicht hinnehmen würde.

Die Wünsche der Spekulanten sind plausibel. Bei der Spaltung des Goldmarktes vor drei Jahren haben sie sich in der Hoffnung auf steigende Preise mit Gold eingedeckt. Doch die Hoffnung trog, so daß sie sich von ihren Goldbeständen nur unter Verlusten trennen könnten oder heute noch auf ihnen säßen. Gold bringt, jedoch keine Zinsen. mh