Aus dem Interview der „Rheinischen Post“ mit Gerhard Schröder zum Moskauer Vertrag:

„Ich meine, daß die CDU/CSU an der Tatsache der Unterzeichnung des Vertrages und an dem derzeitigen Inhalt des Vertrages nichts zu ändern vermag. Wie sie sich dann, wenn der Vertrag zur Ratifizierung im Bundestag gestellt werden wird, gegenüber dem Vertrag verhalten sollte, muß sie nach den Umständen wägen, die in dem Augenblicke sichtbar geworden sind oder wahrscheinlich sind. In der Zwischenzeit hat sie als Opposition die Aufgabe, alles, was in ihren Kräften steht, zu tun, um zu einem Erfolg der deutschen Politik in der Berlin-Frage beizutragen...

Die Regierung meint, in dem Vorbehaltsbrief hinsichtlich der Entwicklung in Deutschland, der schließlichen Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechts einen genügenden Vorbehalt eingelegt zu haben. Ob das der Fall ist oder nicht, ist wiederum eine Frage von Meinungsverschiedenheiten, die jetzt auszutragen nach meiner Oberzeugung nicht besonders fruchtbar sein würde...

Auf jeden Fall aber wird die CDU gut daran tun, auch die kritischen Passagen eher auf ihre positive Darstellbarkeit abzutasten und abzuleuchten, als etwa einen gegenteiligen Weg zu wählen...

Mir scheint es im Augenblick deutsches Interesse zu sein, den Vertrag sozusagen nicht gegen die deutsche Regierung zu interpretieren, sondern den Versuch zu machen, die von der Regierung selbst bezeichneten Prüfsteine wirksam werden zu lassen...“

Unter der Schlagzeile „Weniger diskutieren“ schrieb der „Bayernkurier“:

„Es steht nicht zum besten, wenn eine Partei auf Dauer selbst mehr in der Diskussion steht als ihre politischen Aktivitäten. Die Christlich-Demokratische Union läuft derzeit Gefahr, der Öffentlichkeit gegenüber dieses Bild abzugeben...