Sollten Sie sehen:

„Rote Sonne“, von Rudolf Thome. Zuerst haben die vier Mädchen spontan reagiert auf männliche Überheblichkeit. Ihr erster Toter ergab sich, als Sylvie ihren treulosen Verlobten vom Balkon stieß. Dann fanden die Mädchen: er hatte es verdient. Dann begannen sie, die systematische Zerstörung jeder Bindung an einen Mann, die sie eingehen würden, zu planen. Länger als fünf Tage sollte keine Beziehung zu einem Mann dauern. „Nach fünf Tagen muß er tot sein“, sagt Isolde, die einem Mann die Geschichte des Komplotts erzählt. Nicht diese Geschichte zeigt der Film, sondern ihre Aufdeckung und Zerstörung. Der Film läuft der Erzählung entgegen, die zugrundeliegt. Ein Film gegen die Erzählung, das Wort, die Regel, das Gesetz, die alle den Tod bedeuten. Tödlich ist das Gesetz, nach dem zwei Liebende zusammenbleiben wollen, aber auch das Gesetz, das die vier Mädchen dagegen gemacht haben. Auch der Verstoß, die Wertlosigkeit, die erkannte Unmöglichkeit Zu erzählen, bedeuten den Tod.

„Barquero“, von Gordon Douglas, könnte auch „El Rio y la muerte“ heißen, wie ein Film von Buñuel, an den hier nicht nur Ameisen erinnern. Weil Travis – wie Kirk Douglas in „Mit stahlharter Faust“ – die Zäune haßt, die Grenzen, die dem freien Schweifen entgegenstehen, hat er einst mit eigenen Händen die Fähre gebaut, damit die Trapper den Rio Paria überqueren können. Einer Bande von Desperados, die mit Silber und Gewehren auf dem Weg nach Mexiko sind, mißlingt der Anschlag, sie sitzen am Ufer fest. Einen Tag und eine Nacht warten die Siedler auf der einen, die Desperados auf der anderen Seite des Flusses darauf, daß der Gegner einen Fehler macht. Zeit verrinnt und gebiert Wahnsinn, und Tod. Ihr Symbol ist der Fluß. Schließlich schießt der Anführer der Desperados in die Wellen, um den Fluß zu. töten. Die letzte Schlacht findet auf dem Wasser statt, auf dem zuletzt die Leichen schwimmen; das Showdown zwischen dem Fährmann und dem Chef der Desperados wird über den Fluß hinweg ausgetragen. Der Fluß, die Fähre, die Zeit: sie sind die eigentlichen, mythischen und zugleich unerhört realen Personen dieses Western, bei dem man sich erholen kann von dem wichtigtuerischen Spektakel der Djangos und ihrer Imitationen auch in Hollywood.

Im Fernsehen: „42nd Street“ (1933), von Lloyd Bacon, Bayern III am 11. September. „Mein kleiner Gockel“ (1940), von Edward Cline, Bayern III am 13. September. „Top Hat“ (1935), von Mark Sandrich, Bayern III am 15. September. „Road to Morocco“ (1943), von David Butler, Bayern III am 17. September.

Wenn Sie nichts Besseres vorhaben:

„Die Gräfin und ihr Oberst“, von Jerzy Skolimowski. „Der Vollstrecker“, von Sam Wannamaker. „Woodstock“, von David Wadleigh. „Monterey Pop“, von D. A. Pennebaker. „Ein Mann, den sie Pferd nannten“, von Elliot Silverstein.

Lohnt sich nicht: