Die IOS-Affäre hat eine neue Wende genommen. Nicht nur weil der Gründer von Investors. Overseas Services, Bernie Cornfeld, wieder in den Aufsichtsrat der Gesellschaft reumütig zurückgeholt worden ist, aus dem er erst vor wenigen Wochen herausgewählt worden war, sondern in erster Linie durch die Tätigkeit von Harold Lever, Minister in der abgewählten englischen Labour-Regierung.

Lever ist seit einiger Zeit als Finanzberater der IOS tätig, ohne dafür Geld zu bekommen. Seine Vergütung bezieht er wahrscheinlich von einigen englischen Banken, die noch bis vor kurzem Geschäfte mit der IOS abgewickelt und daran kräftig verdient haben. Wahrscheinlich gäben sie jetzt sehr viel darum, ihre Namen aus den IOS-Prospekten gelöscht zu sehen.

Lever soll der IOS zusammen mit einem noch zu ernennenden Treuhändergremium wieder zu einem guten Ruf verhelfen. Wie das mit einem Cornfeld in der Spitze allerdings möglich sein soll, ist nicht ersichtlich. Eine Finanzgesellschaft wie die IOS ist auf das Vertrauen der Sparer angewiesen. Das ist verspielt.

Mit personellen Tricks ist die IOS nicht aus dem Sumpf zu ziehen, in den sie durch fragwürdige Manager hineingebracht worden ist. Wenn auch nur einer von ihnen in der Konzernspitze bleibt, ist das ein Zeichen dafür, daß hier kein neuer Anfang gemacht werden soll, sondern lediglich versucht wird, alle jene Dinge zu verschleiern, die zu den Verlusten vieler IOS-Sparer geführt haben. kw