Ohne Zwischenfälle ging am Wochenende der dreitägige Staatsbesuch des indonesischen Präsidenten Suharto in der Bundesrepublik zu Ende. Wegen der Protestaktionen der Ambonesen bei Suhartos Aufenthalt in Den Haag hatte Innenminister Genscher die schärfsten Sicherheitsvorkehrungen mit einem Polizeiaufgebot von 4000 Mann getroffen.

Lediglich in Bonn kam es zu kleineren Demonstrationen des „Arbeitskreises Indonesien“, der die Bundesregierung aufforderte, Indonesien politische und wirtschaftliche Hilfe zu versagen, solange das Land von einer Militärdiktatur beherrscht sei. Obwohl Indonesiern und Ambonesen die Einreise von Holland in die Bundesrepublik verweigert wurde, um einen Anschlag auf Suharto zu vereiteln, überschritt dennoch ein Teil illegal die Grenze. So wurde aus Sicherheitsgründen der geplante Besuch Suhartos in Hamburg und Bremen kurzfristig abgesagt.

Gespräche über wirtschaftspolitische Fragen zwischen Bundeskanzler Brandt und Suharto sowie zwischen Außenminister Scheel und seinem Amtskollegen Malik zeigten eine Übereinstimmung in allen wichtigen Fragen. Brandt bekräftigte die Bereitschaft der Bundesregierung zur Förderung der wirtschaftlichen Stabilität, die Indonesien seit der Niederschlagung des kommunistischen Aufstandes im Jahre 1965 im südostasiatischen Raum erreicht habe. Nach einem eintägigen Privatbesuch in Bayern flog Suharto zur Konferenz der blockfreien Staaten nach Lusaka.