Timm Ulrichs, lange Zeit belächelt, gilt neuerdings, seit es „concept art“ gibt, als Tip. Deutschlands erster Konzeptkünstler (erste Publicity als „Erstes Lebendes Kunstwerk“ auf der juryfreien Kunstausstellung 1965 in Berlin, jetzt Gesamtausstellung im Haus Lange, Krefeld) macht nun eigene Editionen, um die Preise seiner Objekte niedrig zu halten: Ein Landschaftsphoto auf Leinwand, überzogen mit Tarnstoff „1. und 2. Natur“, 100 X 100 cm, signiert. Vorgesehen ist eine Auflage von 500 Exemplaren. Ein mit Tarnstoff überzogener Globus „Getarnter Erdball: Die Erde als Ufo“ in kleiner Auflage. Ein Objekt mit dem Titel „Wegweiser, hier 40 000 km“, Auflage 25 Stück. Preis: 150 Mark.

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Am Kölner Kunstmarkt ’70 (vom 13. bis 18. Oktober in der Kunsthalle) nehmen 24 Galerien teil, die Hälfte davon aus Köln. Katalog: 6,50 Mark. Luxuskatalog: 580 Mark, Auflage: 250 Exemplare, 27 signierte und numerierte Originalgraphiken von Mack, Palermo, Kriwet, Krushenik, Sol Lewitt, Polke, Twombly, Piene und anderen. Bestellungen nimmt das Sekretariat Kölner Kunstmarkt, 5 Köln 1, Tunisstr. 19, entgegen. Der Luxuskatalog ’68, damals für 450 Mark käuflich, wird heute für 1200 Mark angeboten.

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Die Galerien (Kümmel, Siebrasse, Patio und andere), die auf dem Kölner Kunstmarkt draußen vor der Tür bleiben müssen, machen ihren eigenen Kunstmarkt auf dem Neumarkt (vom 12. bis 18. Oktober). Die Off-Schau ist schon wieder „in“: Unterstützung der Stadtverwaltung, DIN-A 4-formatiger Katalog, Informations- und Pressestand, Pressekonferenz, Zelte, überdachte Stände. „Die Placierung wird unter weitestgehender Berücksichtigung des Eingangs der Meldungen von den Organisatoren vorgenommen.“ Wenn nun auch der Neumarkt voll ist – was dann?

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Willi Bongard, früher Kunstmarktexperte der ZEIT, macht nun eine „Edition“: im Wirtschaftsmagazin Capital. Dort soll von jetzt an jeden Monat die Originalgraphik eines deutschen Künstlers erscheinen – in einer Auflage von 225 000 Exemplaren (der Druckauflage von Capital). Im Augustheft: „Aufsichtsrat“ von Otmar Alt, im Septemberheft „Produktion“ von Peter Brüning. Ferdinand Kriwet und Werner Nöfer sind für die nächsten Hefte geplant.