„Das war die beste Veranstaltung seit Adenauers Zeiten, urteilte Herbert Huber, Geschäftsführer des Wirtschaftsbeirates der CDU/CSU, über die letzte Nürnberger Beiratssitzung. Dort führte Gerhard Stoltenberg, Wirtschaftssprecher der Union, das große Wort. Nachdem die Oppositionsprominenz, darunter Richard Stücklen, zu vorgerückter Stunde beim Wein in Nürnbergs Grand-Hotel zu dem Schluß gekommen war, Karlchen Schiller habe nun endgültig abgewirtschaftet, meinte Stoltenberg: „ In der nächsten Runde sollten wir die Unsolidität von Alex Möller konstatieren.“

Während im Rittersaal der Godesburg eine junge Mannschaft der CDU/CSU gegen das Image der Union als einer Partei mit Alterserscheinungen vorging und ihr Buch „Die Union in der Opposition“ vorstellte, saß nebenan Landwirtschaftsminister Josef Ertl mit seinem türkischen Kollegen, Ilhami Ertem, bei Tisch. Mitherausgeber Elmar Pieroth – nebenher noch Weinhändler an der Nahe – nutzte die Situation und überreichte Ertl das 350 Seiten starke Werk: „Hier haben Sie schwarz auf weiß, wie Sie es besser machen können.“ Ertl konterte: „Na, hoffentlich ist das ebenso genießbar wie Ihr Wein.“

Dem Wein hat auch Adolf Huber den Vorzug gegeben. Er sollte eigentlich in Philip Rosenthals Porzellanfabrik neue Aufgaben übernehmen, als der Parade-Unternehmer der SPD sich entschloß, Wirtschaftsminister Karl Schiller als Parlamentarischer Staatssekretär zu dienen. CDU-Mitglied Huber zog aber die Position eines Geschäftsführers im Weingut des CDU-Vermögenspolitikers Pieroth einer Karriere bei der Rosenthal AG vor, der er lange Jahre als Generalbevollmächtigter und Chef der Thomas Glas & Porzellan AG gedient hatte.

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Erhard Eppler, dem ob seiner „Gradlinigkeit“ ebensoviel Lob wie Tadel zuteil wird, radelte mit seinen Kindern – Stoffel (9) und Vreni (13) – auf „verbotenen Pfaden“ am Rhein entlang vom Urlaub in den bundesstädtischen Alltag zurück. „Gottlob hat uns keiner erwischt“, freute sich der lufthungrige Schwabe. Die CDU dagegen glaubt, die SPD auf krummen Wegen erwischt zu haben, denn ein neues Bonn-Gerücht will wissen: Das Auswärtige Amt möchte dem Präsidenten Sambias Kenneth Kaunda, mit einer Kapitalhilfe von fünf bis zehn Millionen Mark sein Mißfallen über die deutsehe Beteiligung am Gabora Bassa-Damm abkaufen. Walther Leisler Kiep, Entwicklungsexperte der CDU, empört: „Das ist genauso, wie sich die Apo die Entwicklungshilfe vorstellt.“ Gunther Huonker, persönlicher Referent und einstiger Schüler des ehemaligen Studienrates und heutigen Entwicklungsministers Eppler: „Das wäre sechs minus in Außenpolitik.“

Günther Harkort, einst Staatssekretär von Außenminister Willy Brandt, dementierte, heftig die Behauptung der „Welt“, er sei 1967 von seinem damaligen Dienstherrn nach Lissabon geschickt worden, um bei Portugals Regierung um den Zuschlag für die deutschen Firmen zum Bau des Staudammes Cabora Bassa in Mozambique zu betteln. „Das ist frei erfunden. Ich habe nie einen Fuß auf portugiesische Erde gesetzt.“