Bläh die Lunge, red in fremder Zunge und prob, was Köche dir nach Landesweise garen. Gesagt, getan? Wenn das so leicht nur wäre! Seit sich die Köche Riminis und die Köche Kataloniens und die Köche am Goldstrand darin überbieten, den deutschen Fremden Heimatliches vorzusetzen, ist das eine Kunst geworden.

Wer in Kärnten nach Knödeln sucht, sucht lange, denn man kocht Kartoffeln für die Kartoffelesser (als solche gelten die Deutschen) und ertränkt sie in dünnen oder dicken Bratensoßen. Jedoch, wo die landesüblichen Spezialitäten schwinden, bilden sich auf eine merkwürdige Weise neue, zum Beispiel im Süden Österreichs:

Kärnten ist das Schnitzelland Europas. Was man mit der Grundsubstanz anstellen kann, zeigt die folgende Liste, notiert zwischen Hermagor und Villach: Pariser Schnitzel, Holsteiner Schnitzel, Wiener Schnitzel, Naturschnitzel, Rahmschnitzel, Naturrahmschnitzel, Champignonschnitzel, Jägerschnitzel, Paprikaschnitzel, Znaimer Schnitzel, Tiroler Schnitzel, Schweizer Schnitzel, Hawaiischnitzel, Zigeunerschnitzel, Schweineschnitzel, faschiertes Schnitzel. Eine ganze Landesküche, so auf einen Nenner gebracht, vermag die g’schnitzelten Gäste sogar auf Berghütten hinan treiben, hunderte, ja zweitausend Meter über den Meeresspiegel, wo sie, schweißnaß, eine hausgemachte Linsensuppe mit Würschtl für die Delikatesse des Sommers halten. m. s.