Sommerlich heitere Atmosphäre lag über dem Film: Urlaub am Luganer See, Strandleben, in Timmendorf, Camping im Westerwald, eine Motorjacht – die Wirtschaftspolitik macht Ferien. Doch das Fernsehen stöberte sie auf, die handelnden Personen – Minister und Gewerkschaftsführer, Oppositionssprecher und Bundesbankpräsident. Wolf Feller (Bayerischer Rundfunk) stellte ihnen die Gretchenfrage: Wie haltet ihr es mit der Konjunktur, mit den Löhnen und den Preisen?

Am Mittwoch letzter Woche also: acht knappe Interviews, dazu ein Blick nach Italien, wie die Familie Bulotta lebt, und ein optisch munter aufgemachtes Rechenexempel, wie eine Lohnerhöhung von zehn Prozent in nichts zerrinnt, wenn die Preise um vier Prozent steigen und ein Bausparvertrag im Kaufkraftschwund schrumpft. Nur schade, daß der Moderator meinte, er müsse das „Wort zum Sonntag“ sprechen.

Keine ganz leichte Kost am frühen Abend, wo sonst vorzugsweise die leichte Muse und der Krimi die Szene beherrschen. Doch das Unerwartete trat’ein: Im Münchner Funkhaus registrierte man eine Resonanz, die weit über dem üblichen Maß bei wirtschaftspolitischen Sendungen liegt.

Die Wirtschaft ist ein Stiefkind des Fernsehens – unverdientermaßen; denn hier wurde gezeigt, wie es geht. Wenn es um das Geld des Bundesbürgers geht und handfeste Information mit leichter Hand geboten werden, erwacht auch das Interesse. Programmdirektoren unterschätzen anscheinend ihr Fernsehvolk hm