Abkehr von den klassischen deutschen Aktien und Wendung zu den Nebenwerten und sogenannten Exoten – so sieht es zur Zeit in den deutschen Börsensälen aus. Von den VW-Aktien will niemand etwas wissen, wohl aber von den Audi-Genußscheinen, die den Gegenwert der Wankel-Lizenzen repräsentieren. Kursschwankungen von mehr als 10 Prozent sind hier keine Seltenheit. Gerüchte über die Lizenzvergabe tauchen plötzlich auf und werden am nächsten Tag wieder dementiert. Wer zu spät schaltet, liegt immer schief.

Zu Kurssprüngen rafften sich auch Highveld-Aktien auf. Highveld ist ein Stahlwerk, das im südafrikanischen „Busch“ entsteht und schneller in die Gewinnzone kommen soll, als man zunächst annahm. Deshalb innerhalb kurzer Zeit eine Kursverdoppelung.

Mächtige Kurssprünge auch bei den Aktien der Liberian International American Corporation, die Erzfelder in Liberia repräsentiert, deren Ausbeutung unverhoffte Fortschritte machen soll. Der jüngste Kursanstieg geht auf Japaner zurück, die sich das Recht auf 60 Prozent der Erzförderung sichern wollen. Mit Rumänien soll ebenfalls ein Vertrag abgeschlossen sein. Liac-Aktien stiegen von 10 auf 17 Mark. Optimisten träumen von einer Kursverdoppelung als „erstes Ziel“.

Der Hanseatische Börsendienst rührt unermüdlich die Börsentrommel für Gramco-Aktien, die schon einmal mit 92 notierten, jetzt aber bei knapp 37 liegen. Gewinnschätzungen, an denen sich dann die Kurse der Management-Aktien, orientieren, sind deshalb mit Vorsicht zu genießen. K. W.