Wir haben das Meer über die Alpen geholt“, versichern die Werbeleute ebenso bündig wie großspurig. Wer allerdings mit „Meer“ Salzwasser assoziiert, ist auf dem Holzweg, denn nur an Wellen hätte er denken dürfen.

Wohin sie das Meer geholt haben? – Nach Bad Tölz.

Die Idee zu dem „großen Freizeit- und Erholungscenter Alpamare“ – ein beziehungsreicher Name: Alpen, Meer plus phonetischer Italo-Touch – hatte der junge Dr. Max Anton Hoefter, der sich eher als Kurmanager denn als Kurdirektor, der er ist, fühlt.

Bad Tölz ist ein Sozialbad, in das viele ältere, nicht so reiche Leute kommen, respektive verschickt werden. „So geht’s nicht weiter“, entschied Hoefter und baute eine Anlage für „arrivierte, aber nicht für reiche Leute“, und er fügt hinzu: „nicht für Volkswagenfahrer“.

Mein Eindruck: geeignet ist es für Fußgänger oder für Radfahrer, denn Parkplätze sind Mangelware.

Tölz will weg von Kurkonzert und Stehgeiger, es sucht ein neues Image, damit Deutschlands kräftigste Jodquelle endlich zur Geldquelle wird.

Was ist Alpamare? – Es ist das, was „der moderne Mensch braucht“, nämlich „Entspannung und Regeneration“. Er (der moderne Mensch) „braucht eine Freizeit, die fit macht“.