Sollten Sie sehen:

"Rote Sonne", von Rudolf Thome. "Zabriskie Point", von Michelangelo Antonioni. "Barquero", von Gordon Douglas.

Im Fernsehen: "Vierzig Gewehre" (1957), von Samuel Fuller. "Jede Szene, jede Einstellung dieses brutalen und wilden Westerns, in Cinemascope und Schwarzweiß in weniger als zehn Tagen gedreht, ist, trotz einer unverständlichen Handlung, von großem Erfindungsreichtum und strotzt von Regieeinfällen, deren Gewagtheit an die Verrücktheiten von Abel Gance oder Stroheim erinnert", schrieb Jean-Luc Godard 1957 über den Film, von dem er sich in seinen eigenen deutlich beeinflußt zeigte. Die Filme von Fuller, ob Western, Krimis oder Kriegsfilme, sind von einem outrierten Moralismus. Seine Botschaft ist, was er für die Essenz amerikanischen Denkens hält: die unbedingte Verantwortlichkeit des Individuums. Sein Haß gilt dem "Totalitarismus in jeder Form" ebenso wie dem Konformismus und der Anpassung. Hier ist ein Regierungsagent Verkörperung der Fullerschen Moralität; er geht über Leichen, selbst die seines eigenen Bruders, um in einem von einer selbstherrlichen Amazone beherrschten Landstrich Recht und Ordnung wiederherzustellen. Fullers wütender Rigorismus findet unmittelbaren Ausdruck in der Diktion seiner Bilder. Er filmt durch Gewehrläufe und in Gewehrläufe hinein – das ist buchstäblich und in übertragenem Sinn zu verstehen. "Der Predigt zieht er Anklage und Blasphemie vor" (Godard). Die noble Gelassenheit der alten Western sucht man hier vergeblich – ob seine Filme in Nazideutschland, in Rotchina, im neuen oder im alten Amerika spielen: Fuller ist immer auf dem Kreuzzug. ARD am 19. September.

"Der Mann, der sich die Haare kurz schneiden ließ" (1965), von André Delvaux. Deutsche Erstaufführung. Drei Begegnungen eines Mannes und einer Frau, zeitlich weit auseinanderliegend, ohne erzählerische Verknüpfung. Zuerst ist er Studienrat, sie Schülerin; er liebt sie; bei der Schulabschlußfeier will er es ihr sagen. Jahre später, er hat seinen Beruf aufgegeben, nimmt er an einer Autopsie teil; in dem Hotel, in dem er übernachtet, trifft er sie, nun eine bekannte Schauspielerin, wieder; abends unterhalten sie sich, er schießt auf sie. Wiederum Jahre später besucht er in dem Heim, in dem er lebt, eine Filmvorführung; in der Wochenschau sieht er sie wieder; sein Schuß hat sie nur vereltzt. Zuletzt erfährt man: Das Heim ist ein Irrenhaus. "Was mich interessierte, war, daß man ein großes Vertrauen haben mußte in die Aufmerksamkeit des Zuschauers und seine Intelligenz, denn man kann hier den Sinn einer Sequenz nie im Augenblick verstehen, in dem sie abläuft." Scheinbar irrelevante Details, so die der Autopsie, werden ausführlich gezeigt – an Stelle "wesentlicher" Handlungsstücke, die der Film überspringt. Blöcke von schönen, ruhigen, elegischen Bildern aus dem Leben in der flämischen Provinz, in denen der Zuschauer doch keine Sicherheit findet. Erst vom Ende her setzt sich der Film im Kopf des Zuschauers zusammen. Man sollte ihn von Anfang bis Ende sehen – oder gar nicht. ARD am 21. September.

"Easter Parade" (1948), von Charles Walters, Bayern III am 18. September. "Die fröhliche Wissenschaft" (1968), von Jean-Luc Godard, Hessen III am 18. September. "Die Macht des Bösen" (1948), von Abraham Polonsky, West III am 19. September. "Belle of the Nineties" (1934), von Leo McCarey, West III am 20. September. "Die Marx Brothers in der Oper" (1935), von Sam Wood, Hessen III am 24. September.

Wenn Sie nichts Besseres vorhaben:

"Die Gräfin und ihr Oberst", von Jerzy Skolimowski. "Der Vollstrecker", von Sam Wannamaker. "Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß", von Sidney Pollack. "Woodstock", von David Wadleigh. "Monterey Pop", von D. A. Pennebaker. "Ein Mann, den sie Pferd nannten", von Elliot Silverstein.