Am 20. September wird Thilo Koch, Dichter, Romancier, Funkautor, Fernsehschaffender, Kolumnist, immer einmal wieder auch Mitarbeiter der ZEIT, fünfzig Jahre alt.

Rechtzeitig zum Ehrentage erscheint das sechzehnte seiner Werke: "Die Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist beabsichtigt" – Biographie seiner selbst und anderer berühmter Zeitgenossen.

Davor erschienen: "Eine Jugend war das Opfer" (Roman, Berlin 1946); "Stille und Klang" (Gedichte, Berlin 1947); "Zwischen Grunewald und Brandenburger Tor" (Feuilleton, München 1956); "Gottfried Benn" (Biographischer Essay, München 1957); "Berliner Luftballons" (Feuilletons, München 1958); "Casanova" (eine Studie, München 1959); "Zwischentöne" (ein Skizzenbuch, Berlin 1963); "Tagebuch aus Washington I, II, III" (Hamburg 1963/64); "Wohin des Wegs, Deutschland?" (München 1965); "Briefe aus Krähwinkel" (Hamburg 1965); "Neue Briefe aus Krähwinkel" (Hamburg 1967); "Kämpfer für eine neue Welt" (Luzern 1968); "Fünf Jahre der Entscheidung" (Frankfurt 1969); "Auf dem Schachbrett der Sowjetunion: die DDR" (Hamburg 1970); "Die Goldenen zwanziger Jahre" (Frankfurt 1970).

Ich möchte gern ein Porträt Thilos schreiben, aber das kann man nicht über einen Freund, und, Thilo ist einer meiner "vollinhaltlichen" Freunde. Wer die inneren Widersprüche seiner Persönlichkeit erfassen könnte, würde mehr darüber wissen, warum ein Mann seine geistigen Gaben so gebraucht.

Thilo hinterließ jetzt eine Art Autobiographie. Sonst wüßten wir genauer, wo wir ihm vielleicht unrecht tun. Vielleicht war er ein großer Lüstling, ich weiß es nicht, würde es ihm herzlich gönnen, wenn er es erfolgreich war.

Obwohl ihn einer der einflußreichsten Journalisten unseres Landes schlicht und wegwerfend "windig" nennt, ist er im Bewußtsein der Mehrzahl durchaus ein Mann, von dem man getrost ein gebrauchtes Auto kaufen würde.

Wäre er eine Frau, würde ich mich in sie verlieben, in diese Person, weil sie dann ein ungemein liebenswerter Mensch wäre.