Über den Entschluß des FDP-Bundesvorstandes, gegen den Bundestagsabgeordneten und Bundesvorsitzenden der Nationalliberalen Aktion (NLA), Siegfried Zoglmann, ein Ausschluß verfahren einzuleiten, wird innerhalb der Partei heftig diskutiert. Die Auseinandersetzung wurde durch Äußerungen des Bundesgeschäftsführers der FDP, Volrad Deneke, und des nordrhein-westfälischen Innenministers Willi Weyer, der den wichtigsten Landesverband führt, angeheizt. Deneke zog Parallelen zwischen dem Nationalsozialismus und dem Hannoveraner Programm der NLA, während Weyer seine Parteiaufforderte, eine Doppelmitgliedschaft in FDP und NLA zu verbieten.

Inzwischen haben mehrere FDP-Politiker erklärt, daß sie nach einem Ausschluß Zoglmanns ebenfalls die Partei verlassen würden. Kritisch ist die Situation in Nordrhein-Westfalen, wo nach Austritt der Abgeordneten Lange, Maass und Mader die Mehrheit der sozialliberalen Regierung auf zwei Stimmen zusammenschmelzen würde.

Die NLA hat mit gerichtlichen Schritten gegen Denekes Äußerungen gedroht. Zugleich verwahrte sie sich entschieden gegen eine Zusammenarbeit mit der NPD.

In der Partei mehren sich die Stimmen, die das Vorgehen des Bundesvorstandes als Fehler anprangern, weil daraus möglicherweise eine Parteikrise erwachsen könne. Die NLA behauptet, mit Zoglmann solle das ganze, jahrelang von der FDP vertretene nationale und liberale Gedankengut ausgeschlossen werden. Sie sieht darin einen völligen Sieg des linken Flügels; die liberale Partei solle auf einen Kurs festgelegt werden, der nicht dem Willen des überwiegenden Teiles der FDP-Wähler entspreche.