Weil die Jury davon überzeugt war, daß "die punktuelle Prämierung von Einzelleistungen und Einzelpersönlichkeiten nicht mehr vertretbar sei", ließ sie, das ist jetzt knapp ein Jahr her, den "Kunstpreis der Jugend" auffliegen: Die Juroren, allen voran Gernot Bubenik, weigerten sich, die 10 000 Mark, mit denen der seit 1959 bestehende Preis dotiert war, zu verteilen. Von 380 Künstlern zwischen 22 und 33 Jahren, die sich um den Preis beworben hatten, gingen 380 leer aus und mußten sich damit begnügen, wertfrei ausgestellt zu werden.

Bei dem Protest allein sollte es jedoch nicht bleiben, ein im November nach Stuttgart einberufenes Forum rang sich nach einer Mammutsitzung unter anderem folgende Beschlüsse ab:

1. die mit dem Kunstpreis verbundene Geldsumme soll in Zukunft der "Gesamtheit der teilnehmenden Künstler zur Verwendung nach eigenen Vorstellungen zur Verfügung stehen",

2. unjurierte Regionalausstellungen sollen einer Zentralausstellung vorangehen, für die die Künstler dann selber die geeigneten Objekte auswählen.

Im übrigen wurde allen Künstlern noch der Rat auf den ferneren Lebensweg mitgegeben, sich zukünftig nicht mehr an Wettbewerben und Kunstpreisen zu beteiligen, solange "die "Selbstbestimmung der teilnehmenden Künstler nicht verwirklicht" sei.

Auf Grund dieser Anregungen haben die Träger des Kunstpreises (das Land Baden-Württemberg, die Städte Baden-Baden, Bochum, Mannheim und Stuttgart) jetzt beschlossen:

1. jährlich eine Ausstellung mit dem Titel "Junge Kunst" zu veranstalten,