Am Montag protestierten einige hundert Gastarbeiter und Einheimische, mit roten und weißen Transparenten unter dem Schutz der Polizei vor dem Wohnheim in dem Düsseldorfer Vorort Wersten. Mit einem viersprachigen Flugblatt – deutsch, griechisch, spanisch und arabisch – wurden die Bewohner der umliegenden Straßen auf Sinn und Zweck des Protestes aufmerksam gemacht. Höhn erläuterte das Ziel dieser Kampagne: "Wir wollen moralischen Druck auf die Unternehmer, aber auch auf die Öffentlichkeit ausüben."

Höhns Kampf gegen den Mietwucher artikuliert sich aber nicht nur in öffentlichen Auftritten. In den letzten Wochen haben er und einige seiner Helfer versucht, selbst Wohnungen und Zimmer für die Gastarbeiter zu finden. Die Christen machten recht negative Erfahrungen. Wenn die Vermieter erfuhren, daß Gastarbeiter ihre Mieter sein sollten, fielen sofort die Türen ins Schloß. Der Pfarrer bezeichnet deshalb den Erfolg seines emsigen privaten Bemühens als "relativ minimal". Trotzdem will Höhn nicht aufgeben. Er hat die Absicht, sich auch selbst einmal in einem solchen Wohnheim für Gastarbeiter Pseudonym einzuquartieren, um an Ort und Stelle Erfahrungen sammeln zu können: "Ich kenne noch einige Fälle in Düsseldorf, die viel schlimmer sind als diejenigen, um die wir uns nun kümmern. Dorthin werde ich gehen."

Hermann Baumann