Wer C & A ist, weiß jedes Kind. Millionen Deutsche kaufen in einer der Filialen der Bekleidungskette ein. Doch über das Unternehmen und seine Besitzer weiß kaum jemand etwas zu sagen. Seit jeher haben es die Herren der Kaufhausdynastie verstanden, über ihre Geschäfte den Schleier der Diskretion auszubreiten. Nur unter Zwang gaben sie Auskünfte über ihre Identität.

So wußten sie beredt ihre Verbundenheit mit der deutschen Scholle zu feiern, als die braunen Machthaber in den Brenninkmeyers Devisenausländer vermuteten. Noch heute weiß kaum jemand, daß alle einflußreichen Mitglieder der weitverzweigten Händlerfamilie – auch die in der Bundesrepublik tätigen – die holländische Staatsangehörigkeit besitzen. Mehrfach mußte sich C & A schriftlich bei den NS-Behörden um ein Ladenschild mit der Aufschrift „Arisch“ bemühen, weil man die schweigsamen Katholiken irrtümlich für Juden hielt.

Ähnliche Folgen ihrer Verschwiegenheit haben die holländischen Kaufhausherren heute nicht mehr zu befürchten. Aber trotzdem stimmt es in Zeiten zunehmender Publikationsbereitschaft nachdenklich, wenn ein solches Großunternehmen (C & A wird in diesem Jahr schätzungsweise mehr als 2,5 Milliarden Mark Umsatz erzielen) seinen vielen tausend Beschäftigten und den Millionen Kunden jede Information über das Unternehmen vorenthält.

Welche Blüten die C & A-Geheimpolitik treibt, zeigte sich erst in diesen Tagen. Eine Interview-Zusage an die ZEIT wurde telephonisch wieder zurückgezogen. Der Anrufer war nicht einmal bereit, seinen Namen zu nennen. Eg.