Osteuropäische Nationen planen systematisch die Medaillen und Erfolge

Von Hans-Dieter Trosse

Skiweltmeisterschaften in Strbske Pleso: Die Sowjets gewinnen 7 Titel; Halleneuropameisterschaften der Leichtathleten in Wien: Ostblocksportler kassieren von 22 Titeln 15; World-Cup der Hallenhandballer in Frankreich: mit Rumänien, DDR und Jugoslawien drei Ostblockländer, vorn; Weltmeisterschaften der Dressurreiter in Aachen: die Russen sind vorn; Europameisterschaften der Judokas in Ostberlin: 14 Medaillen aus 7 Wettbewerben an die Athleten aus der DDR und der Sowjetunion; Leichtathletik-Europapokale in Budapest und Stockholm: DDR-Amazonen gewinnen, bei den Männern rangieren wieder DDR-Athleten vor den russischen Mitstreitern; Junioren-Europameisterschaften in Paris: die Nachwuchsathleten aus der DDR und der Sowjetunion dominieren; in Kanada bei den Ruderweltmeisterschaften ist die DDR beste Nation; Schwimm-Europameisterschaften in Barcelona: 16mal Gold für die DDR, 5mal Gold für die Sowjetunion, und bei den Weltmeisterschaften der Gewichtheber in Columbus (Ohio) sichern sich die Russen 5 Titel von insgesamt 9; Bei den Fecht-Weltmeisterschaften in Ankara errangen sie – wie im Vorjahr – erneut 5 Goldmedaillen.

In Europa wehen die Fahnen westlicher Nationen immer seltener am Siegesmast, dafür ertönt die Becherhymne am laufenden Band. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger, systematischer Vorbereitung. Die Devise des Ostens lautet: Goldmedaillen nach Plan.

Die Fehler in der Planung führen zu neuen Methoden

Schon 1934 gründeten die Russen Kinder- und Jugendsportschulen, die heute für das System der Talentförderung im östlichen Sport Leitbild geworden sind. Diese Schulen sind meist eng liiert mit den Sportklubs und führen Unterricht nach genau festgelegten Vorschriften durch. Er dauert in der Regel drei bis vier Jahre und gleicht eher einem Kurs- oder Lehrgangssystem. Der Weg zur Aufnahme ist dornig: neben guten schulischen Ergebnissen ist das Sportleistungsabzeichen der betreffenden Stufe, dabei geht es nach Jahrgängen, notwendig. Die Leistungsqualifizierung III muß durch. eine bestimmte Zahl von erfolgreichen Wettkämpfen mit bestimmten Leistungsnormen erreicht werden, sollen die Anträge des Sportlehrers, der Eltern und des Direktors der allgemeinbildenden Schule von den Kinder- oder Jugendsportschulen akzeptiert werden.

Ebenso dornig ist der Weg nach oben. Nur ständige Leistungsverbesserung im Sport neben überdurchschnittlichen Leistungen in den wissenschaftlichen Fächern garantieren den Verbleib. Anreiz bei Erreichung aller gesetzten Normen ist eine deutliche Verbesserung des sozialen Status als Ausdruck des sichtbaren Segens von Partei und Staat.