Es gibt wieder einen „Chrysler“ in Europa, denn der neue Simca heißt Chrysler. Und da. er vor den Toren von Paris gebaut wird, ist es t ein Franzose.

Das heißt beispielsweise: Wenn man nach einer längeren Fahrt den komfortablen Innenraum verläßt, wundert man sich, wie klein das Auto von außen ist. Kein überflüssiges Blech wird mitgeschleppt.

Der Chrysler 180 und 160 ist also der größte Simca. Mit seinen 1,8- und 1,6-Liter-Motoren und nach seiner Ausstattung gehört er in die Klasse der Opel-Rekord oder Ford 17 M, in die Mittelklasse also. Und dort dürfte er auch ein scharfer Konkurrent werden.

Mit langer Kühlerhaube und kurzem Heck – die einen sagen Fastback, die anderen Stummelheck – entspricht er dem heutigen Stilempfinden. Doch das Rückwärtsfahren muß geübt werden, denn wo der Wagen hinten aufhört, kann man nur ahnen, und die Sicht nach rückwärts ist durch die hochgezogenen Rückenlehnen der Sitze recht mäßig.

Doch das war eigentlich der einzige Augenblick der Unsicherheit auf einer längeren Fahrt, die über Kopf Steinpflaster, das man mehr optisch als physisch wahrnahm, ebenso führte wie über Autobahnen oder Routes Nationales. Ein unproblematisches Auto, bei dem man entspannt und mit Spaß am Steuer sitzt.

97 PS haben die Chrysler-Ingenieure dem neuentwickelten Motor entlockt, einem Vier-Zylinder-Motor mit einem Hubraum von 1812 Kubikzentimetern. Anders als die meisten, haben sie dann aus dem größeren den kleineren 1,6-Liter-Motor entwickelt, indem sie die Zylinderbohrung verkleinerten. Er bringt 79 PS, genug für die Wagengröße, aber ein bißchen zu wenig für die Ausrüstung mit einer Automatik, die für beide Typen lieferbar ist.

Das europäische Chrysler-Debüt scheint also gelungen. Nach langen Jahren des Wartens hat sich der amerikanische Konzern, drittgrößter Automobilproduzent der Welt, entschlossen, nunmehr in Europa das Image seines Namens ins Spiel zu bringen. Äußeres Merkmal: Aus den britischen Rootes-Werken ist inzwischen „Chrysler United Kingdom Ltd.“ geworden und aus Simca die „Chrysler France“.

Über Preise wurde im Chrysler-France-Hauptquartier an den Champs-Elysees nicht gesprochen. Es gab nur Vermutungen; sie begannen bei achteinhalbtausend Mark. hm