Der Streit um das Verhältnis der FDP zur Nationalliberalen Aktion (NLA) hat die elfköpfige FDP-Fraktion im Düsseldorfer Landtag praktisch gespalten. Zu Beginn der ersten Fraktionssitzung nach der Sommerpause erklärten die drei Abgeordneten Heinz Lange, Franz Mader und Wilhelm Maass, die führende Positionen bei der NLA bekleiden, sie betrachten sich mit sofortiger Wirkung „als beurlaubt“. Sie verweigern eine weitere Mitarbeit in der FDP mit der Begründung, das gegen den Bundestagsabgeordneten Siegfried Zoglmann eingeleitete Ausschlußverfahren sei auch gegen sie gerichtet.

Ohne die drei NLA-Abgeordneten verfügt die SPD/FDP-Koalition von Ministerpräsident Kühn noch über 102 von 200 Stimmen.

Der Bundesorganisationsleiter der NLA, der Mülheimer Stadtrat Kurt Meyer, erklärte vor der Presse, seine Organisation werde auf keinen Fall „politische Abstinenz“ üben und zum erstenmal bei den Landtagswahlen in Hessen auftreten. Die Gründung einer „Deutsch-Nationalen Volkspartei“, wie sie Maass angekündigt hatte, sei nicht ausgeschlossen. Meyer rechnet damit, daß manche FDP-Abgeordnet; endgültig zur NLA übertreten werden, falls das Schiedsgericht am 14. Oktober Zoglmann ausschließen sollte.