Hauptthemen der Gespräche, die Außenminister Scheel während seiner einwöchigen Amerikareise mit seinem amerikanischen Amtskollegen Rogers in Washington und weiteren dreißig Außenministern am Rande der 25. UN-Vollversammlung in New York führte, waren die deutsche Ostpolitik, Fragen der EWG und der europäischen Sicherheit.

Mit dem polnischen Außenminister Winiewicz kam der Außenminister überein, die offiziellen deutsch-polnischen Gespräche Anfang Oktober in Bonn fortzusetzen. Der Moskauer Vertrag sei nur ein Teil der Bemühungen der Bundesregierung um Entspannung in Europa. Zu dem Paket gehörten neben den Gesprächen mit Polen auch Verhandlungen mit der DDR und der ČSSR. Scheel dämpfte den allgemeinen Optimismus in bezug auf den Ausgang der Berlin-Verhandlungen der Alliierten und betonte, die Entspannungsbereitschaft des Ostens werde am „Testfall Berlin“ gemessen. Eine befriedigende Lösung der Berlinfrage könne auch der Schlüssel für eine europäische Sicherheitskonferenz sein.

Zur Frage der Aufnahme beider deutscher Staaten in die UN sagte Scheel, dieser Antrag könne erst aktuell werden, wenn, konkrete Fortschritte in den Verhandlungen mit der DDR erreicht seien. Nach zahlreichen Gesprächen äußerte der Minister die Überzeugung, daß der deutsch-sowjetische Vertragsabschluß das internationale Deutschlandbild positiv beeinflußt habe.