Die Aufwärtsentwicklung der Rücknahmepreise internationaler Fonds – getragen vornehmlich durch die bessere Börsenstimmung in den USA – war im Juli und August erfreulich, im September (bei Redaktionsschluß lagen uns die entsprechenden Ergebnisse noch nicht vor) dürfte sie sich allerdings in Teilbereichen etwas verlangsamt haben.

In Fachkreisen beobachtet man mit Aufmerksamkeit die Entwicklung der sogenannten aggressiven Fonds, die unter der US-Baisse am stärksten zu leiden hatten. Bisher deutet nur wenig darauf hin, daß die Fonds mit „dynamischer“ Anlagepolitik sich auch am ehesten von den Rückschlägen wieder zu erholen vermögen. Die Aufwärtsbewegung an der New Yorker Börse wurde in den ersten Monaten nämlich weitgehend von „blue chips“ getragen. Die großen Standardunternehmen scheinen die Restriktionsperiode besser überstanden zu haben als jene Gesellschaften, die als „Wunderkinder, der amerikanischen Börse“ galten.

Beim Fund of Funds sind Vergleiche zur Vergangenheit nicht mehr möglich. Das nicht sofort verwertbare Vermögen des Dachfonds – der arktische Grundbesitz – mußte ausgegliedert werden, um einer möglichen Illiquidität zuvorzukommen, die angesichts des ständigen Anteilrückflusses erwartet werden mußte. Der Fund of Funds-Besitzer hat künftig zwei Papiere in der Hand, nämlich seinen alten Fund of Funds-Anteil und eine Aktie über das ausgegliederte Vermögen, das zur Zeit weder echt zu bewerten noch zu verkaufen ist. Derartige Vorkommnisse sind bei Fonds, die ihr Domizil in Ländern mit ungenügender Fondsgesetzgebung haben, nicht auszuschließen.

Noch nicht vom Segen der US-Hausse profitiert hat Formula Selection. Von der Fonds-Leitung weiß man, daß sie der amerikanischen Wirtschaftspolitik ausgesprochen negativ gegenübersteht und kein Vertrauen in die Dauerhaftigkeit der gegenwärtigen Aufwärtsbewegung an der Wall-Street-Börse besitzt. Die Vorsicht gegenüber den US-Aktien hat dem Formula-Fonds in diesem Jahr ein beachtliches Maß an Substanzerhaltung eingetragen. Wurden jetzt aber nicht Chancen versäumt, auch wenn sie nur vorübergehender Art sind?

Mit einem Minus schloß der IOS-Fonds IIT ab. Das läßt nur den Schluß zu, daß die Fonds-Manager, die in der Vergangenheit einige recht riskante Geschäfte gemacht haben, immer noch nicht zu einer erfolgreichen Anlagepolitik zurückgefunden haben. Vielleicht ist dies auch schwer bei einer Fonds-Schrumpfung.

Der Fonditalia (ebenfalls zur IOS-Familie gehörend) konnte den Jahresverlust um 1,1 Prozent mildern. Die Mehrheit des Fonds ist jetzt an eine italienische Bankengruppe veräußert worden, ein Schritt, der offenbar die bei der IOS vorhandenen Liquiditätsschwierigkeiten mildern helfen soll. K.W.