Von Leonard Diepenbrock

Leonardo da Vinci, Bildhauer, Architekt und Erfinder des ersten Flugapparates, war der Prototyp eines Marketingmannes. Er hatte die Gabe, Produkte zu entwerfen, die einem absoluten Bedarf entsprachen. Seine Zeitgenossen konnten sie jedoch zum Teil – wie den Flugapparat, Raketen oder das Schlauchboot – noch nicht fertigen, so daß erst spätere Generationen sie verwirklichten.

Marketing heißt: die Bedürfnisse oder Wünsche des Verbrauchers erkennen oder sie ihm gegebenenfalls suggerieren, ein Produkt für diesen Zweck entwickeln und den Vertriebsweg finden.

Modernes Marketing beschränkt sich keineswegs auf die Markenartikelindustrie, in der es heute seine größte Bedeutung hat. Marketing beginnt bei der Gewinnung von Rohstoffen und zieht sich wie ein roter Faden bis zu irgendeinem Endprodukt.

Eine Marketing-Plattform muß zum Beispiel der Entwicklung eines neuen Flugzeugtypes zugrunde liegen, wenn man seine geplanten Stückzahlen im zivilen Luftverkehrsmarkt absetzen will. Viele Unternehmen haben, Jahrzehnte bevor es diesen Begriff gab, bereits Marketing in irgendeiner Form durchgeführt.

Ein Marketingmann ist entweder ein sehr analytischer Typ, der kühl und klar eine Marktsituation durchdenken kann und konsequent beurteilt; oder er ist ein kreativer Typ, der basierend auf einer gründlichen Ausbildung Möglichkeiten für neue Produkte findet oder erfindet. Das Ursprungsland des Marketing ist Amerika. Die USA sind heute in der Ausbildung führend.

Der Ausbildungsweg eines Marketingmannes geht häufig über ein Betriebs- oder Volkswirtschaftsstudium. Je praxisnäher dieses Studium ist, desto besser. Eine amerikanische Business Administration School ist die ideale Ergänzung der Ausbildung oder auch in sich allein eine hervorragende Basis. Dieses Studium ist durch Modellfälle vollkommen praxisbezogen und setzt sich mit den wirtschaftlichen Zusammenhängen auseinander. Europa bietet zwei gute Schulen: INSEAD in Fontainebleau und IMEDE in Lausanne.