Die Sparer müssen vorsichtiger werden und nicht nur auf prominente Namen vertrauen. Ein ehemaliger Politiker ist noch lange kein guter Investment-Manager

Ein Rezept, um reich zu werden: Man gründe eine Investmentgesellschaft in Panama oder auf den Bahamas (wegen der Steuervergünstigungen und des Fehlens einer gesetzlichen Kontrolle), lege einen Fonds auf und rufe in der Bundesrepublik eine Vertriebsgesellschaft ins Leben. Bis dahin sind die Kosten minimal. Wer aber über wenig Geld verfügt oder keinerlei Risiko laufen will, läßt durch seine Vertriebsgesellschaft nicht nur Fonds-Anteile, sondern auch gleichzeitig Aktien der panamesischen Muttergesellschaft verkaufen.

Und wer schnell reich werden will, startet das Unternehmen nicht mit einem Investmentfonds auf Effektenbasis, sondern versucht das Geschäft mit einem Immobilienfonds zu machen. Das hat einmal den Vorteil, daß das Management von den Börsenkursen unabhängig wird, also Rückschläge nicht deutlich zu machen braucht, zum anderen sind die Verdienstquellen bei einem Immobilienfonds ungleich ergiebiger als bei Effektenfonds.

Beim Vertrieb bleibt für die Fonds-Manager in der Regel nicht mehr viel übrig. Den Rahm schöpfen die Investment-Vertreter ab, die bei den Interessenten das Geld locker zu machen haben. Nach den Satzungen kassiert die Management-Gesellschaft selbst eine Jahresgebühr von einem Prozent des Fondsvermögens. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Das große Geschäft wird bei den Immobilienfonds mit den Maklerprovisionen gemacht, die direkt, oder indirekt über Strohmänner und Strohfirmen in die Taschen der Fonds-Gründer zu fließen scheinen.

Was heißt das? Dazu ein Beispiel: Aus dem Verkauf von Fonds-Anteilen fließen 250 000 Dollar in den Fonds. Bei einer 75prozentigen Beleihung der Immobilien läßt sich damit ein Objekt von einer Million Dollar erwerben. Maklergebühr 50 000 Dollar! Das sind zwanzig Prozent des dem Fonds zugeflossenen Kapitals. Oder anders ausgedrückt: Ehe das Geld des Anlegers arbeiten kann, ist es zunächst um 8,5 Prozent (Höchstsatz) Vertriebsspesen gemindert worden, von dem verbleibenden Rest gehen weitere zwanzig Prozent für die Maklerprovision drauf.

Dieses Sparer-Handikap muß durch eine lautstarke und gewinnversprechende Werbung übertönt werden. Dazu müssen immer häufiger prominente oder für prominent gehaltene Politiker herhalten, die sich gegen keinesfalls sehr üppiges Salär als Aushängeschild oder Galionsfigur verwenden lassen.

Aber nicht nur das. Einige Fonds meinen, daß die Parteiprominenz dazu beitragen wird, die lästige Klippe der nach dem Auslands-Investmentfonds-Gesetz erforderlichen Zulassung in der Bundesrepublik überwinden zu helfen.