Der dreitägige Deutschlandtag der Jungen Union, die 116 000 Mitglieder im Bundesgebiet und Westberlin umfaßt, verlief am Wochenende in Braunschweig ohne große Auseinandersetzungen. Jürgen Echternach, Bundesvorsitzender der CDU/CSU-Nachwuchsorganisation, eröffnete die Tagung vor 160 Delegierten und rund 300 Gästen mit einem Referat über das Thema „Demokratie und Leistung“. Er forderte die Unionsparteien auf, stärker als bisher gesellschaftspolitische Vorstellungen herauszustellen.

Weitere Redner, die mit Kritik an der Bundesregierung nicht spalten, waren der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kohl, der Fraktionsvorsitzende Barzel, der Vorsitzende der CDU Nordrhein-Westfalens, Köppler, und als Schlußredner der Parteivorsitzende Kiesinger.

Im Mittelpunkt stand der Komplex der Mitbestimmung. Anträge der Landesverbände Hamburg. Saar Pfalz zur Einführung einer paritätischen Mitbestimmung wurden abgelehnt. Die Delegierten einigten sich auf das sogenannte Biedenkopf-Modell (sechs Vertreter der Kapitaleigner, darunter zwei leitende Angestellte und vier Vertreter der Arbeitnehmer). Weitere Anträge beschäftigten sich unter anderem mit der Bildungspolitik, Länderneugliederung, Umwelt, sozialem Wohnungsbau und Fort Schreibung des Berliner Programms der CDU. Die angekündigten Debatten über personalpolitische Fragen wurden ausgeklammert.

Die Junge Union konnte sich in den Debatten nicht, wie erwartet, als die treibende Kraft darstellen. Das politische Forum wurde beherrscht von der Rednerprominenz der Unionsparteien, die insgesamt versuchte, ihrem Nachwuchs den Weg für eine „Partei der Mitte“ vorzuzeichnen.