Schon einmal hier angekündigt, wird nun mit dieser Nummer das „Farb-Magazin“ der ZEIT unseren Lesern vorgelegt. Es ist ein Experiment – das gewiß noch nicht seine letzte Form gefunden hat.

Hans Gresmann, bisher neben Gräfin Dönhoff für „Politik“ verantwortlich, hat die Leitung des ZEIT-Magazins übernommen. Norbert Denkel – er war bisher für Bildwahl und Bildplacierung im Schwarz-Weiß-Teil der ZEIT zuständig – ist für die graphische Gestaltung verantwortlich.

Der Stoff und die Themen werden sich nicht sehr von denen der klassischen ZEIT entfernen. Aber daß wir Bilder bringen können im Tiefdruck, auf besserem Papier und in Farbe, das gibt neue Möglichkeiten; wir werden sie nutzen. Die Bilder des Kanadiers Alex Colville (Seite 52 des Magazins) hätten im Schwarz-Weiß-Teil keine Wirkung gehabt. Ohne Farbe geht es heute nicht mehr.

Nur ist ein Farbmagazin teuer. Eine Seite (halb so groß wie eine ZEIT-Seite) kostet mehr als die ganze ZEIT-Seite. Da kam uns der Wunsch der Wirtschaft entgegen, in einer Zeitung von Rang und kritischer Leserschaft auch mit Farbanzeigen und mit präzis gedruckten Schwarz-Weiß-Anzeigen zu werben. Für diese Qualität zahlen die Anzeigenkunden gute Preise; genug, ein Magazin zu tragen, wenn auch freilich einstweilen ohne Verdienst.

Sie haben bemerkt, daß die ZEIT in einem bestimmten Rhythmus zu Beginn und Ende des Jahres immer dicker wird. Die Wirtschaft wirbt nämlich vor allem im Frühjahr und Herbst um die Gunst des Publikums. Januar/Februar und Juli/August dagegen sind „anzeigenschwach“. Im Sommer, wenn Millionen auf Reisen sind, glaubt die Wirtschaft, die Käufer mit Anzeigen nicht erreichen zu können. Vielleicht werden wir deshalb in jenen Monaten das Magazin nur jede zweite Woche erscheinen lassen. Acht Magazine ohne ausreichende Anzeigen würden einen Verlust von einer Million Mark bedeuten, und das können wir uns leider nicht leisten.

Gerd Bucerius