Wenn jemand sich zu einem Beruf entschlossen hat, will er darin auch erfolgreich sein. Das versteht sich.

Es bekümmert mich deshalb immer, wenn ich sehe, wie töricht sich Rechtsbrecher auf dem Bildschirm benehmen. Zum Schluß bleiben sie unweigerlich auf der Strecke.

Die erste Voraussetzung für einen Rechtsbrecher, der Erfolg haben will, ist, daß er sich gut tarnt, um nicht sofort erkannt zu werden.

Gangster auf dem Bildschirm sollten daher niemals stark karierte oder gestreifte Anzüge tragen. Wollen sie, weil’s so praktisch ist, nicht auf ein schwarzes Hemd verzichten, so sollten sie wenigstens keine wild gemusterte Krawatte umbinden. Außerdem empfehle ich, eine Anti-Body-Building-Kur zu machen, damit der Bizeps nicht mehr so auffällig die Ärmel aufschwellen läßt. Eine dicke Zigarre sich in den Mundwinkel zu pflanzen, ist grundsätzlich zu vermeiden.

Wildwest-Verbrecher sollten vor allen Dingen immer tadellos rasiert sein. Sie tragen bekanntlich (wie alle im Fernseh-Western) Stetson-Hüte. Aber die ihrigen sind verbeult, speckig und dreckig. Daran erkennt man sie. Das darf nicht sein. Tragt deshalb neue, elegante Hüte wie die Cartwright-Brüder! Und dann: Keine schwarze Kleidung mehr und kein schwarzes Pferd! Ein Schimmel muß her! (Weiß ist die Farbe der Unschuld.)

Unheimliche Bosse, ob ihre Organisation nun erdgebunden ist oder nicht, sollten niemals durch Erscheinen im Rollstuhl ihre gehirnliche Überlegenheit beweisen wollen. (Wenn sie schon nicht gehen können oder wollen, sollten sie gleich im Bett bleiben und von dort telephonieren.) Empfehlenswert ist es, sich als frauen-verkonsumierender Playboy zu tarnen, denn dem traut man die gehirnliche Fähigkeit, eine Verbrecherorganisation zu leiten, nicht zu.

Und nun noch zu einigen typischen Fehlern. Warum, so frage ich mich, schießen die Fernseh-Schurken eigentlich so schlecht? Während im Verlauf der Sendung mehrere von ihnen schußgetroffen zusammenstürzen, bleibt der Stardetektiv unverletzt oder hat höchstens einen dekorativ zu verbindenden Streifschuß am Arm, der ihm überdies die Hingebung einer attraktiven Krankenschwester einträgt.