Dem Tourismus, so scheint’s, ist kein Ding unmöglich. Im Sommer kann man nach Südafrika in den Winter und im Winter zu den Kanarischen Inseln in den Sommer reisen. Wer Zeit hat (und er braucht dazu nicht einmal viel Geld), kann im Süden überwintern wie die Zugvögel, und wer Geld hat (und er braucht dazu nicht einmal viel Zeit), kann vor oder hinter dem Uhrzeiger her um die ganze Welt fliegen. In den Sommerskischulen Islands herrscht ewiger Winter, in den Hallenschwimmbädern auf allen Kontinenten ewiger Frühling, und nun haben sich die fremdenverkehrsbewußten Bayern gar das Meer in die Berge geholt. In Ruhpolding wurde das erste Wellenhallenbad der Alpen eingeweiht.

Das komfortable Schwimmbad mit Wellenhöhen bis zu fast einem Meter kennzeichnet eine Entwicklung, die zahlreiche oberbayerische Fremdenverkehrsgemeinden zu erheblichen Investitionen bewogen hat: Verlängerung der Urlaubszeit, Überbrückung der toten Saison zwischen Bergsommer und Skiwinter. Im bayerischen Alpengebiet gab es in den letzten fünf Jahren schätzungsweise 90 neue Hallenbäder (zumeist in-Hotels). In jüngster Zeit entstanden attraktive Bäder in Rottach-Egern und in Bad Tölz.

Und nun ist die Hauptstadt des bayerischen Fremdenverkehrs der Zeit wieder einmal voraus: In Ruhpolding ist im ozongereinigten Wellenhallenbad (Baukosten 4,1 Millionen Mark) für je etwa 330 Badelustige (zwei Stunden drei Mark, Zehnerkarte 25 Mark) der ewige Frühling ausgebrochen. webe