Rom kreiert für Herren „anti-traditionelle Stoffe“

Von Marietta Riederer

Entwerfer von Herrenmoden sind zu beneiden, denn ihre Zukunft hat eben erst angefangen. Schier siebzig! Jahre hat sich hier, von Neuheiten, für Sport und Freizeit abgesehen, wenig geändert, wohingegen die weibliche Mode, ziemlich verbraucht, ständig Inspirationen in vergangenen Perioden suchen! muß.

Aber sachte das Thema verlangt Vorsicht. Männer hängen an der Tradition, auch wenn sie unbequem ist; denn Mode stört ihre Kreise beträchtlich. Mit Mühen gewöhnt man sie an farbige Hemden, am breite Krawatten. Dabei ist die Herrenmode bedeutend toleranter als die weibliche, die heute nur noch für Junge und Schlanke gemacht wird. Zwar werden, männliche Mannequins auch immer dünner, aber Milchgesichter sind nicht in der Mehrzahl. Was über den Laufsteg geht, das, sind – so scheint es wenigstens – drahtige Athleten, sind trotzige Romantiker, und nicht wenige sind Herren in ihren besten Jahren.

So jedenfalls in Rom. Aber die italienische Herrenmode ist auch, weit voraus und immer zu Experimenten bereit. „Sie ist nicht wie die Mode Englands damit belastet, Weltmode gewesen zu sein, sie hat von dort nur immer die Mode des „Gentleman“ übernommen, ebenso wie sie sich die Lodenmäntel der Tiroler geholt hat, um sie auf eigene Weise abzuwandeln.

Kreative Entwerfer gehen das Risiko ein, daß ihre Ideen entweder gar nicht, teilweise oder als die große Neuheit zum Durchbruch kommen. Experimentierer, die den Mann feminin bekleiden, werden dabei von Top-Designern inzwischen abgelehnt. Man einigte sich auf einen gemäßigten Antikonformismus und zeigt neben Avantgarde auch Tradition mit modernem „touch“,

Midi-lange Stadtmantel