Von Ferdinand Ranft

Seit einer Woche wird auf dem Kriegsschauplatz Tourismus mit schweren Kalibern geschossen. Ein neuer Mitbewerber im Reisegeschäft drängt mit Macht auf den Markt: die Kaufhof-Reisen.

In fünf Millionen Haushalten (in Städten, in denen es Kaufhof-Filialen gibt) steckte am vergangenen Donnerstag ein Mädchen mit rotem Pullover und weißem Hut im Briefkasten. Auf leuchtendem Blau wurde die neue Parole ausgegeben: "Wir sind da .. .!"

Der Faltprospekt soll die Bewohner der "Kaufhof-Städte" in eines der 65 firmeneigenen Reisebüros locken, die seit dem 1. Oktober das "Winter-Sonnen"-Programm verkaufen. Am 5. Dezember wird der erste Kaufhof-Flug in den Süden starten.

Wohin geht die Reise? Ohne Zweifel ausschließlich zu Zielen, bei denen "Aussicht auf nachhaltig gute Rendite" besteht. Das sind nach Meinung der Kaufhof-Reisen:

  • Die Kanarischen Inseln (mit Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura mit insgesamt 57 Hotels und Pensionen);
  • Tunesien (mit acht Hotels in Hammamet, Sousse, Monastir und auf der Insel Djerba);
  • Sizilien (mit sieben Hotels in Taormina und Palermo);
  • Jugoslawien (mit fünf Hotels in Dubrovnik, Cavtat und auf der Insel Hvar);
  • Ostafrika (mit sieben Hotels und Lodges in Kenia, Tansania und Uganda);
  • Italien (Winterkuren in sieben Hotels in Abano Terme) und
  • Air Cruises (zwei Fernost- und eine Rundum-die-Welt-Reise).

Wintersportreisen sucht der Kaufhof-Kunde freilich vergeblich. Die Erklärung dafür: Das "Winter-Frühlings-Programm 70/71" des Kaufhofes ist lediglich ein vorgezogenes Teil-Sommerprogramm. Man wollte mit dem Start nicht länger warten.