Die haben einen so guten Umsatz“, folgerte der Geschäftsführer der Interparlamentarischen Arbeitsgemeinschaft (IPA) in Bonn, Wolfgang Burhenne, „die wollten wirklich etwas tun.“ Die etwas taten, waren die Computer-Bosse von IBM-Deutschland. Sie stifteten acht Millionen Mark für das Studium über Umweltschäden.

Empfänger der Spende ist der unlängst gegründete und als gemeinnützig anerkannte Verein „Fonds für Umweltschäden“. Die Gründer rekrutieren sich aus der IPA, in der Parlamentarier aus Bund und Ländern zusammengeschlossen sind. Geschäftsführer des neuen Vereins ist ebenfalls Wolfgang Burhenne, seit Jahren passionierter Umweltforscher.

Zweck der IBM-Millionen und Aufgabe des Fonds ist es, die Gesetzesinitiative des Parlaments auf dem Gebiet der Umweltschäden zu fördern. Der Bonner IBM-Sprecher Waterkamp: „IBM ist überzeugt, daß es auch Aufgabe der Industrie ist, sich an der Lösung der Umweltprobleme praktisch zu beteiligen. Die Wirtschaft hat über das Profitinteresse hinaus auch die Aufgabe, ein gesamtgesellschaftliches Bewußtsein zu dokumentieren.“

Um von vornherein jeden Verdacht auszuschließen, die Industrie wolle mit ihrer Förderung die künftigen Umweltschutz-Gesetze in ihr gemäße Bahnen lenken, hat IBM dafür gesorgt, daß die Mittel in einen überparteilichen Verein fließen. Wolfgang Burhenne: „IBM hat auch keine Auflagen gemacht. Die Mittel sind lediglich zweckgebunden.“ Der Verein soll über eine Kommission konkrete .Forschungsaufträge vergeben, die zum Ziel haben, gesetzliche Maßnahmen gegen die Verschmutzung von Boden, Luft und Wasser sowie gegen Lärmbelästigung zu treffen.

Die Furcht, daß die Industrie den neuen Verein mißbrauchen könnte, um gewissermaßen durch die Hintertür im Parlament dafür zu sorgen, daß die kommenden Gesetze über den Umweltschutz abgeschwächt werden, hält Wolfgang Burhenne für unbegründet. Burhenne: „Wir reagieren da sehr empfindlich.“

Die Kommission des Fonds soll unabhängig von der Arbeit der zuständigen Bundesministerien aktiv werden, was nach Meinung von Burhenne die Stellung des Parlaments als legislative Kraft stärkt. Burhenne: „Diese Stiftung gibt dem Parlament auch die Möglichkeit, die Arbeit der Regierung besser kontrollieren zu können.“ Die Interparlamentarische Arbeitsgemeinschaft und der Fonds für Umweltstudien hoffen überdies, daß das IBM-Beispiel Schule macht. Burhenne: „Wenn sich schon ein amerikanisches Unternehmen in Deutschland für zuständig erklärt, für die Umwelt in Deutschland mitverantwortlich zu sein, dann müßten nun andere nachziehen, die es nötiger hätten, als gerade IBM. Die verschmutzen ja nichts.“

hff