Auch in dieser Saison kehrten nicht wenige Urlauber mit der Klage zurück, ihr Reisebüro habe die Versprechungen der Prospekte nur mangelhaft erfüllt; das Quartier sei miserabel gewesen.

Für diese Enttäuschten hat das Landgericht München I eine wichtige Entscheidung getroffen: Sie dürfen sich an das Reisebüro halten und von ihm eine Entschädigung für den Urlaubsärger verlangen.

Die Richter lehnten die Meinung des beklagten Reisebüros ab, der hintergangene Urlauber könne sich nur am Zimmervermieter schadlos halten. Das Reisebüro hafte dafür, daß die von ihm vermittelten Vermieter bereit und in der Lage seien, die vom Kunden begehrten Leistungen voll zu erbringen.

Beglückt wurde durch das Münchener Urteil eine Familie, die entgegen allen Zusagen denkbar schlecht untergebracht worden war. Das Urteil gewährt ihr eine Rückzahlung von 60 Prozent der Beträge, die sie bereits an das Reisebüro hatte abführen müssen. Außerdem erhält der Mann 60 Prozent der Summe, die er in einer Woche verdient, als Schadenersatz dafür, daß er seine Freizeit im Urlaub vergeudet hat.

(Landgericht München I, AZ: 11 0 309/69)-gri

Urlaub trotz Krankheit