Das hat es noch nie gegeben: Yvon Bourges, Staatssekretär mit Ministerrang im französischen Außenamt und zuständig, für Entwicklungshilfe, holte Bonns Entwicklungsminister Eppler am Flughafen ab, schenkte ihm Briefmarken für seinen Sohn, fütterte und umsorgte die deutsche Delegation auf Staatskosten und organisierte einen Ausflug in die Bretagne. Nur eines schaffte er nicht: seinem Gast Wasser in das Schwimmbecken von Dinard zu zaubern, wo Bourges einst als Bürgermeister gewirkt hat.

Wasser auf die eingerostete Mühle der deutschfranzösischen Zusammenarbeit in der Entwicklungshilfe träufelte diese Pariser Gastfreundschaft dennoch. Ob sie den allgemeinen Klimawandel in Frankreich nach de Gaulle widerspiegelt oder eine Reverenz vor Eppler als international anerkanntem Entwicklungsexperten sein sollte, wußte indes niemand zu ergründen.

Immerhin beschlossen die beiden Großen unter den Entwicklungshelfern der westlichen Welt eine systematische gegenseitige Information über ihre Arbeit, Städtepartnerschaft im Dreiecksverhältnis mit Entwicklungsländern sowie den Austausch von Beamten. Wenn auch Information und Beamtentausch noch keine Koordination bedeuten, so bestätigt das Ergebnis von Paris, was sich der Bonner Reisende erträumt hatte: die deutschfranzösische Zusammenarbeit in der Entwicklungshilfe ist entwicklungsfähig. es