„Wer diese Seite von Diter Rot und Stefan Wewerka zur Ausstellung in der Galerie Mikro, 1 Berlin 12, Carmerstraße 1, Tel. 31 58 65, mitbringt, bzw. einsendet, der bekommt sie von den beiden zurück und zwar signiert und numeriert! – Vorausgesetzt, er füge 100,– Mark bei und sei unter den ersten 200. Eröffnung 19. September 1970 um 21 Uhr.“

Mit dieser halbseitigen Anzeige (mit einem Foto von Diter Rot und Stefan Wewerka) wollte der Berliner Galerist Michael S. Cullen ein Geschäft machen. Anzeigenpreis: 9000 Mark, mögliche Einnahme: 20 000 Mark. Gewinn: vorläufig noch keiner, da sich noch nicht genügend Interessenten gefunden haben. Zu teure Autogramme?

Am 22. September wurde in Düsseldorf eine neue Kunst mit traditionellem Charakter geboren: Daniel Spoerri feierte als Promoter und Produzent die Eat Art (Eß-Kunst). Fragte Spoerri: „Eßbare Kunst? Kunst zum Verdauen?“ Beides rhetorische Fragen – es ist Kunst zum Kaufen und Aufheben. Das erste Eat-Art-Ereignis waren von Spoerri gebackene und von Spoerri signierte 100 Brotteigobjekte. (Preise: 350 bis 950 Mark – etwa 50 Objekte sollen bereits verkauft sein.) Die Zukunft der Düsseldorfer Eat Art (in Räumen über dem Restaurant Spoerri am Burgplatz beheimatet) scheint gesichert. Eat-Art-Objekte von Richard Lindner (Lebkuchendamen), Arman (Marzipanbeine), Joseph Beuys, Tom Wesselmann, Christo, Andy Warhol, Niki de St. Phalle, Roy Lichtenstein und anderen prominenten Künstlern sind angekündigt. 20 000 Objekte im Wert von 30 Millionen Mark werden zu Preisen zwischen 20 und 200 000 Mark auf der 15. Deutschen Kunst- und Antiquitätenmesse in München angeboten. 13. Oktober bis 9. November, München, Haus der Kunst.

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Und zu Weihnachten gibt es wieder Kalender: 12 achtfarbige, signierte und numerierte Serigraphien von Lothar Quinte in der Edition Rottloff, Karlsruhe; „Sonnenzyklus“, Preis: 600 Mark. – 12 Siebdrucke von Max Bill, Robert Indiana, Allan d’Arcangelo, Horst Scheffler und anderen, signiert und numeriert, in der Edition Dornberger, Stuttgart, Preis: 600 Mark. Die unsignierte Normalausgabe kostet 48 Mark.

Dorothea Leonhart bringt ihr zweites Riesenbaby auf die Welt: nach dem 10 000-Blatt-Erfolg mit Hundertwassers „Good Morning City“ werden Mitte Oktober 500 Siebdrucke von Richard Hamilton erscheinen. Titel des Original-Siebdruckes in 15 Farben: „Kent State“, Format: 70×100 cm. Auflage: 5000 Ex., numeriert und signiert, Preis: 100 Mark. Vier „Berliner“ steilen bei Dieter Brusberg in Hannover aus: Werner Berges, Hans-Jürgen Diehl, Wolfgang Petrick und Peter Sorge. Vier Plakate mit jeweils einer Farbserigraphie der Künstler kosten 25 Mark. Außerdem gibt es bis zum 31. Oktober ein Son-

derangebot: Vier Originalgraphiken, 50×50 cm. signiert und numeriert, 100 Exemplare kosten 200 Mark in der Serie. Einzelpreis: 75 Mark.