Zur Frankfurter Buchmesse 1970 fanden sich in diesem Jahr eigentlich branchenfremde Gäste in großer Zahl ein. Die Kunsthändler, so scheint es, haben sich jetzt endgültig einen festen Platz auf Deutschlands größtem Buchmarkt erobert. Zu den namhaften Galerien, die in Frankfurt vertreten waren, gehören:

Edition Dornberger (Stuttgart); Galerie Thomas (München); Edition Züpke (Frankfurt); Galerie Hartmann (München); Galerie Müller (Stuttgart); Edition Rottloff (Karlsruhe); Galerie Ketterer (München); Galerie Hauswedell (Hamburg).

Daß sich Galeristen auf der Messe einnisten, hat ganz plausible Gründe: Die Buchhändler sollen jetzt für den Verkauf von Graphiken gewonnen werden. Auf die Frage, wie hoch etwa der Verkauf während der Messe an private Sammler gewesen sei, antwortete man „im Durchschnitt 15 bis 20 Prozent“, 80 Prozent ging also an die Buchhändler.

Das zeigt, daß die Buchhändler interessiert

sind, ihr Geschäft auf die bildende Kunst auszuweiten. Die Galeristen nutzen den Vorteil, sie können damit ihr Vertriebsnetz erweitern.