Nach nur einem Jahr Amtszeit ist Boliviens Präsident, General Alfredo Ovando Candia, zurückgetreten. Rechtsgerichtete Offiziere unter Führung des Generalstabschefs Rogelio Miranda hatten am Wochenende den Rücktritt Ovandos verlangt, dessen richtungsloser Kurs zwischen rechts und links zunehmend kritisiert worden war. Die revoltierenden Offiziere verlangten, daß die neu zu bildende Regierung nach einer Parlaments- und Wahlrechtsreform eine Präsidentenneuwahl ausschreiben solle.

Diese Forderung spaltete Regierung und Armee. Trotz drohender Erklärungen von beiden Seiten und Demonstrationen der Luftwaffe, die zu Ovando stand, verlief der Putsch anfangs unblutig. Beide Parteien lehnten eine Aufforderung des Militärs ab, zur Aufrechterhaltung des inneren Friedens zurückzutreten.

General Ovando stellte sein Amt zur Verfügung, um Blutvergießen zu vermeiden. Sein Gegenspieler Miranda übernahm als Führer einer Militärjunta die Macht, ohne alle Teile der Streitkräfte auf seine Seite zu bringen. Sie widersetzten sich Miranda und eröffneten am Dienstag die Kämpfe. Die Ovanda-treue Luftwaffe bombardierte Stützpunkte der rechtsgerichteten Putschisten. Die Kämpfe haben sich offenbar über die Hauptstadt La Paz hinaus auf das ganze Land ausgedehnt.