Das Auto dominiert

Der Bundesbürger ist auch im Urlaub nicht so frei, wie er sich gern fühlt. Das Statistische Bundesamt läßt ihn nicht aus dem Auge. In regelmäßigen Abständen interviewt es 20 000 Bundesbürger über ihre Urlaubsgewohnheiten; die Ergebnisse werden hochgerechnet. Die neueste Urlaubsbefragung erfaßt den Zeitraum von Oktober 1968 bis Oktober 1969.

Interessantestes Ergebnis: Das eigene Auto dominiert in steigendem Maße als Transportmittel. Im Inlandsreiseverkehr stieg der Anteil der Reisen im eigenen Auto von 1962 bis 1969 von 42 auf 54 Prozent. Bei den Auslandsreisen benutzten 1969 sogar 64 Prozent der Reisenden ihren eigenen Wagen gegenüber 59 Prozent im Jahre 1962.

Eisenbahn und Flugzeug können damit nicht konkurrieren. Bei den Inlandsreisen sank der Anteil der Eisenbahn von 46 Prozent im Jahre 1962 auf 36 Prozent im Jahre 1969. Allerdings rangiert die Eisenbahn bei den Auslandsreisen im vergangenen Jahr mit einem Anteil von 16 Prozent immer noch vor dem Flugzeug (13 Prozent) als Transportmittel.

Über die Urlaubsdauer sagt die Befragung des Statistischen Bundesamtes: Im Inland dauert der (statistische) Urlaub zwei Wochen (37 Prozent aller Urlaubsreisen), während der Auslandsurlaub von 38 Prozent der Reisenden drei Wochen dauert.

Im letzten Jahr wurden neuneinhalb Milliarden Mark für 26 Millionen Urlaubs- und Erholungsreisen ausgegeben, davon mehr als fünf Milliarden Mark für Reisen ins Ausland. 60 Prozent der Urlauber verbrachten ihre Ferien im Inland, 40 Prozent im Ausland.

Die Reiseveranstalter werden aus dem statistischen Zahlenmaterial sicher auch ihre Rückschlüsse ziehen: nur sieben Prozent aller Reisen im Inland werden bei Reiseveranstaltern gekauft, bei Auslandsreisen nahmen 19 Prozent der Urlauber an Pauschal- und Gesellschaftsreisen teil. KDE