Künftig baut in Italien nur noch der Staat Schiffe. Die Genueser Großwerft Cantieri del Tireno ging mit 8200 Beschäftigten und vier Werken (Genua, Palermo, Ancona und Riva Trogoso) von der Piaggio-Gruppe auf die staatliche IRI über. Damit vergrößerte die IRI-Werftgruppe ihren Marktanteil von 80 auf 90 Prozent.

Mit einem Trick bugsierte die IRI den mit Verlust arbeitenden Genueser Werftkomplex in den eigenen Hafen. Nach einem Gesetz vom 19. Mai 1938 kann der italienische Staat die Sonderliquidation eines Unternehmens verlangen, wenn dafür ein öffentliches Interesse vorliegt. Statt der Sonderliquididation kann der in Schwierigkeiten befindliche Betrieb durch ein Staatsunternehmen übernommen werden. Einzige Bedingung: Das Staatsunternehmen muß Forderungen in mehr als der vierfachen Höhe des Schuldner-Grundkapitals haben.

In der Tat schuldete die Werftgruppe einer der drei IRI-Großbanken Beträge in entsprechender Höhe. Die Großbank trat ihre Forderungen einfach an die IRI-Werftgruppe ab. Der Handel unter IRI-Brüdern war damit perfekt.

Seit vergangener Woche wird nun in den vier neuen IRI-Werften gestreikt. Die Arbeiter sind mit der Staatsaktion nicht einverstanden. fg