Ob Ausbildung, Weiterbildung oder Umschulung – berufliche Bildung kostet immer Geld, und zwar oft mehr Geld, als Vaters Geldbeutel, das eigene Einkommen oder die Ersparnisse hergeben können. Heute sieht man es als untragbar an, daß die beruflichen Chancen eines Jugendlichen von der Zufälligkeit bestimmt werden sollen, ob er aus einem mehr oder weniger wohlhabenden Elternhaus kommt.

Deshalb haben Bund, Länder und die Arbeitsämter in den letzten Jahren zahlreiche Möglichkeiten geschaffen, geeigneten Schülern, Lehrlingen, Studenten und auch zur Umschulung und Weiterbildung entschlossenen Erwachsenen die notwendige finanzielle Unterstützung zu gewähren.

Es handelt sich hier nicht um Almosen, sondern um gesetzlich begründete Rechtsansprüche. Im übrigen hat die Allgemeinheit selber das größte Interesse an einer qualifizierten und zukunftssicheren Ausbildung möglichst vieler Berufstätiger. Das Wachstum der Wirtschaft und damit unser künftiger Wohlstand sind nicht zuletzt davon abhängig, daß alle Begabungen gefördert werden und überall in Industrie und Handel, Landwirtschaft oder Verwaltung der richtige Mann am richtigen Platz steht. Außerdem ist es besser und wirtschaftlicher, eine Ausbildungsbeihilfe zu gewähren, als Arbeitslosenunterstützung zu zahlen.

Eine Förderung ist möglich für alle, die sich beruflich qualifizieren möchten oder die sich gegen die Folgen des Strukturwandels amArbeitsmarkt absichern wollen. Art, Höhe und Dauer der Beihilfen sind von Fall zu Fall verschieden. Sie hängen vom Familienstand, der Einkommenshöhe und der Art und dem Ziel der Ausbildung ab. Zu den Kosten, die von Förderungsstellen als Zuschuß oder Darlehen übernommen werden können, gehören: Kosten des Lebensunterhalts (einschließlich des Unterhalts von Familienangehörigen und erforderlichen Kranken und Unfallversicherungen), Unterrichtskosten (Schulgeld, Lehrgangsgebühren, Semestergebühren), Ausgaben für notwendige Berufskleidung, Lehrmittel und Fahrtkosten.

Beihilfen für Schüler

Vom 1. Juli 1970 an werden einheitlich im ganzen Bundesgebiet folgende Schülergruppen in den Kreis der förderfähigen Personen aufgenommen:

  • Schüler von Gymnasien von der elften Klasse an und von Fachoberschulen;
  • Schüler von Berufsaufbauschulen, Abendrealschulen, Abendgymnasien und Kollegs;
  • Schüler von Berufsfachschulen, soweit für deren Besuch der Realschulabschluß oder eine vergleichbare Vorbildung Voraussetzung ist;
  • Schüler von Fachschulen;
  • Praktikanten, die im Zusammenhang mit dem Besuch der oben genannten Schulen ein Praktikum leisten müssen.