An der Südostecke des Londoner Vergnügungsviertels Soho steht seit 1966 das neue Wahrzeichen des Westend: das Bürohochhaus Centrepoint. Es ragt ganze 115 Meter hoch und bietet für 36 Wohnungen und Geschäftsräume beste Lage. Doch das Haus steht leer seit es bezugsfertig ist und wirft dennoch größere Profite ab, als je ein Mieter zahlen könnte.

Die Eigentümer – die Oldham Estates. Ltd., mit Hauptaktionär Harry Hyams – verdanken ihr gutes Geschäft der britischen Labour Party. Planer George Brown im Wirtschaftsministerium hatte nämlich befunden, daß das Pfund Sterling von der heimischen Bauindustrie bedroht war. Deshalb sein Dekret Nummer eins: Bürogebäude unterlagen künftig einer strikten Bewilligungspflicht. Folge: Das Angebot wurde knapp, die Nachfrage immer größer. Den zweiten Schritt allerdings vergaß Brown: Dem Baustopp folgte kein Mietpreisstopp.

Hyams Hochhaus fand prominente Interessenten: Ministerien der Regierung Ihrer Majestät und die London School of Economics. Doch Centrepoint war ihnen zu teuer. Während die Jahresmiete 1960 bei vier Pfund pro Quadratfuß noch 1,17 Pfund einbringen konnte, sollt; die British Steel Corporation 1968 schon fünf Pfund zahlen. Ein Jahr später verlangte man von der britischen Plattenfirma EMI bereits sieben Pfund. Und heute steht der Preis bei acht bis zehn Pfund.

Das Warten hat sich gelohnt. Neben der flotten Buchrendite ist auch der Wert von Centrepoin: beträchtlich gestiegen. Hyams 34stöckiges Haus kostete 1966 bezugsfertig fünf Millionen Pfund Heute steht er auf 22 Millionen Pfund. Die jährlichen 18 500 Pfund Grundstücksteuer und die rund 200.000 Pfund Kommunalsteuer, die Hyams seit 1968 zahlen muß, haben ihn bisher wenig geschmerzt.

Einen dicken Strich durch die – günstigen Geschäfte will ihm nun die neue: konservative Regierung machen. Der Bürobau soll wieder vom Markt bestimmt werden. Jene potenten Interessenten von Centrepoint dürfen sich künftig also ihre eigenen Prunkbauten hinstellen. few