Was wir alle längst wußten oder zumindest ahnten, jetzt ist es wissenschaftlich bewiesen: Das kontinentaleuropäische Frühstück ist unzulänglich! Zu diesem Ergebnis kamen rund 500 Wissenschaftler aus 53 Ländern in Ost und West auf dem 16. Internationalen Kongreß für Zivilisationskrankheiten, Ernährung und Lebensbedingungen in Luxemburg.

Die Wissenschaftler gingen das Thema mit dem notwendigen Ernst an; in mehrstündigen, zum Teil heißen Diskussionen entwickelten sie ihre Verbesserungsvorschläge. An Stelle des herkömmlichen Frühstücks, bestehend aus zwei Tassen Kaffee mit Milch und Zucker, zwei Semmeln, Butter und Marmelade, das lumpige 600 Kalorien enthält, soll in Zukunft ein 900-Kalorien-Frühstück serviert werden. Es besteht aus: Frischobst oder einem Glas Obstsaft, einer Tasse Kaffee mit Milch und Zucker, einem Glas Milch, einem oder zwei Eiern, zwei Scheiben Vollkornbrot, einer Semmel, Butter, Marmelade oder Honig.

Noch auf dem Kongreß zerbrach freilich die wissenschaftliche Frühstücksfront. Ein Gegenvorschlag wurde unterbreitet. Er weicht in folgenden Punkten vom Vorschlag der Vollversammlung ab: Kaffee nur gelegentlich, normalerweise zwei Tassen Tee, gelegentlich ein Ei, Vollkornbrötchen oder Vollkornbrot, an Stelle von Marmelade Frischkäse, und Honig nur gelegentlich zum Süßen.

Nun ist guter Rat teuer. Mit der Wissenschaft ist dem leidigen Thema Frühstück offenbar auch nicht beizukommen. Da hatte der Präsident der Tagung, Professor Schweigart, die rettende Idee. Er rief die Kontinentaleuropäer auf, sich zum englischen Frühstück zu bekehren. Dazu hätte es freilich der Bemühungen von 500 Wissenschaftlern nicht bedurft. – ft