Aus der Rede des französischen Staatspräsidenten Georges Pompidou bei einem Empfang in der französischen Botschaft in Moskau:

„Insgesamt kann man sagen, so glaube ich, hat die sowjetisch-französische Zusammenarbeit, die aus einem gemeinsamen Willen heraus entstand, voll und ganz die Hoffnungen erfüllt, die ihre Verfechter in sie gesetzt haben. Unzweifelhaft hat sie in den Bereichen der Wirtschaft, Technik und Wissenschaft sogar eine ungewöhnliche Entwicklung gezeigt ...

Unser gemeinsamer Wunsch, die wirtschaftliche Entwicklung weiter voranzutreiben, fand im Mai 1969 seinen Ausdruck in der Unterzeichnung eines langfristigen Abkommens, von dem wir erwarten, daß es in den fünf Jahren seiner Geltung eine weitere Verdoppelung unseres Handels bringen wird.

Das Finanzabkommen vom letzten März und die Entscheidung, hier neue französische Firmen aufzunehmen, die von nun an ständig in Moskau vertreten sein sollen, beweisen neben vielem anderen die feste Absicht beider Parteien, das gesteckte Ziel zu erreichen: Persönlich lege ich ihm die allergrößte Bedeutung zu.

Diese Entwicklungen verliefen derartig schnell, daß unserer Zusammenarbeit stellenweise etwas zustoßen konnte, was ich einmal Wachstums-Schwierigkeiten nennen möchte. Gewisse Industrielle und gewisse Behörden, hüben wie drüben, besaßen nicht immer die dafür nötige Einstellung. Einbildung oder überstürztes Handeln haben hier und dort Mißverständnisse verursacht Ich bin sicher, das beruhte nicht auf schlechtem Willen, sondern auf ungenügender Kenntnis der Realitäten unserer beider Länder. Aus diesem Grunde habe ich für meinen Teil immer großen Nachdruck auf einen erweiterten Austausch von Ideen und Informationen gelegt, um es den entsprechenden Gruppen möglich zu machen, besser mit den Einrichtungen und Methoden des Partners vertraut zu werden. Informationen und Gedankenaustausch werden günstige Bedingungen für einen neuen Fortschritt in der Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern schaffen ...“