/ Von Mario Montag

Vor Jahren hatte er sich einen gebrauchten R 4 (Kilometerstand 60 000) gekauft. Ein guter Kauf, das stellte er bald fest, war das nicht gewesen. Denn mit dem Wagen hatte er nur Ärger. Der Vergaser war zu oft kaputt, auch die Kupplung streikte häufig. Den meisten Ärger hatte er jedoch beim Starten; das heißt: meistens sprang der Motor erst nach wiederholten Versuchen an.

Bei 90 000 Kilometer war er es leid, so leid sogar, daß er sich überhaupt keinen Wagen mehr kaufen wollte. „Aber ohne Wagen“, meint er, „das ist schon ein komisches Gefühl.“ Da gab er seinen R 4 in Zahlung und kaufte sich einen neuen Wagen: einen Skoda 1000 MB, polizeiliches Kennzeichen K-OY 134, zugelassen auf Franz F., wohnhaft in Köln, Jurist bei einer Versicherungsgesellschaft.

Seit Mäiz 1969 gehört Franz F. zu den Skoda-Fahrern. Knapp 4000 Autos dieses Typs werden pro Jahr in der Bundesrepublik gekauft. – Übrigens hätte nicht viel gefehlt, und er hätte sich wieder für einen R 4 entschieden. Den Ausschlag gab dann der Preis. Denn mit knapp 4800 Mark war der Skoda 1000 MB damals billiger als das Exportmodell von Renault. (Franz F. hat erst im Herbst 1969 sein zweites Staatsexamen absolviert; da überlegt man schon den Preis.)

„Ein zusätzlicher Grund war vielleicht auch ein gewisses Faible für die Tschechen“, erzählt Franz F., „damals war der Dubček ja noch da.“ Eigentlich habe das sogar eine ziemlich große Rolle gespielt. Einen amerikanischen Wagen zum Beispiel würde er sich nie kaufen. „Ich mag amerikanische Autos nicht“, sagt er.