Der einwöchige Besuch des französischen Staatspräsidenten Georges Pompidou in der Sowjetunion hat die Erwartungen der Gastgeber nur zum Teil erfüllt. Der mit außergewöhnlicher Aufmerksamkeit empfangene Gast fand sich weder zu einer nachdrücklichen Unterstützung der europäischen Sicherheitskonferenz, die Moskau wünscht, noch zu einer engeren vertraglichen Bindung beider Länder bereit.

Statt dessen unterzeichnete er zum Abschluß seiner Reise ein Protokoll, das eine Erweiterung des 1966 getroffenen Konsultationsabkommens darstellt. Fortschritte zeichneten sich dagegen in Wirtschafts- und Finanzfragen ab, auf deren Bedeutung Pompidou mehrfach hinwies (siehe Dokumente der ZEIT).

Die politischen Gespräche waren von der Sorge um eine Verschärfung des sowjetisch-amerikanischen Verhältnisses überschattet. Trotz gewisser Übereinstimmungen wie etwa in der Nahost-Frage zeigte sich, daß die Ansichten beider Regierungen in vielen Punkten weiterhin auseinandergehen.