Nach dem Wunsch des Ministers im Bundeskanzleramt, Horst Ehmke, soll der Umweltschutz einer jener Nebenkriegsschauplätze sein, auf denen die Bundesregierung Punkte sammeln kann, die sie andernorts verloren hat. Ehmke brauchte sich um Mitarbeiter nicht zu bemühen, denn sie wenden sich von selbst dem Thema zu, über das sich so gut reden läßt. Noch ehe die im Bundesinnenministerium eingerichtete Abteilung für Umweltschutz konkrete Vorstellungen entwickelt hat, wie die neuen Aufgaben finanziert werden können; machen berufene und unberufene ihre Vorschläge.

Der Geld- und Kreditexperte des Bundeswirtschaftsministeriums, Wilhelm Hankel, hat ein Entwicklungsbudget des Bundes zur Finanzierung des Umweltschutzes empfohlen. In der Tat scheint diese Vorstellung immer mehr Zuspruch zu finden, während der Ruf nach dem Verursachungsprinzip – „derjenige soll zahlen, der an der Umweltverschmutzung die Schuld trägt“ – seltener wird, öffentliche Kredite und Zinszuschüsse vor allem an Unternehmen müssen von diesen zurückgezahlt werden, würden ihnen aber dennoch die Finanzierung von Anlagen zum Schutz der Umwelt erleichtern.

Lediglich die Last dieser Hilfe brauchte der Steuerzahler zu tragen. Der Vorteil: die Unternehmen brauchten die Kosten nicht in vollem Umfang auf die Preise zu schlagen. Aber wie auch immer – saubere Luft können wir nicht umsonst atmen. pl