Nach einer Serie schwacher Leistungen ist der Trinkaus-Fonds 1 im September zum Spitzenreiter der deutschen Investmentfonds geworden. Das veränderte Anlagekonzept scheint sich also zu bewähren. Durch den Anstieg von 4,8 Prozent hat sich der Trinkaus-Fonds zugleich aus seiner Schlußlicht-Position entfernt, die er noch im August innehatte. Diese Stellung hat jetzt Investors eingenommen, der deutsche Fonds der IOS-Gruppe – und der einzige, der zur Zeit in der Bundesrepublik öffentlich angeboten werden darf. Für die übrigen Fonds hat die IOS den Zulassungsantrag „vorläufig“ zurückgezogen, was für die betroffenen Anteilseigner nachteilige steuerliche Konsequenzen haben wird, sobald diese Fonds wieder Gewinne abwerfen. Damit scheint jedoch vorerst nicht zu rechnen zu sein. Die Mitinhaber des Investors haben in diesem Jahr 19 Prozent eingebüßt. Beim Thesaurus, einem Fonds der Dresdner Bank, ist der Verlust (18,7 Prozent) nicht sehr viel geringer.

Aus der Bilanz der ersten neun Monate dieses Jahres geht deutlich hervor, daß es den großen deutschen Fonds nur unvollkommen gelungen ist, der Baisse in der Bundesrepublik auszuweichen, obwohl die Fonds stark auf festverzinsliche Werte und Renten ausgewichen wären und noch sind.

Auch die international investierenden Fonds konnten – sehen wir einmal vom Trinkaus-Fonds ab – keine überzeugenden Leistungen vorweisen. Das zeigt, wie schwer der amerikanische Aktienmarkt zu beurteilen ist und wie leicht man sich in der Entwicklung der übrigen ausländischen Börsenplätze irren kann. Wer im September ein Plus erreichte, hatte zweifellos sehr viel Glück. Zu diesen „Glücklichen“ ist auch Interkapital zu rechnen, der frühere Brauerei-Fonds, der in der Vergangenheit recht überzeugend gearbeitet, aber jetzt seine Anlagekonzeption gewechselt hat. Nicht zur Freude aller seiner Zertifikatsbesitzer, die sich mit einiger Sorge fragen, ob der Fonds unter veränderter Flagge seine Erfolge wiederholen wird.

Die Ergebnisse der jungen Fonds, die im allgemeinen günstiger liegen als die der „Alteingesessenen“, sind nicht typisch. Die Newcomer haben von vornherein einen großen Teil der ihnen zugeflossenen Mittel liquide gehalten (gegen hohe Zinsen natürlich) und sind so mit einem hohen Prozentsatz ihres Vermögens der Baisse entgangen.

Den Rentenfonds kam die im September noch stabile Lage bei den festverzinslichen Wertpapieren entgegen. Ihr mäßiger Kursanstieg zeigt jedoch, wie schwer sich auch diese Fonds tun, ihrer Kundschaft Gewinne zu vermitteln. Der Verlauf dieses Jahres macht deutlich, daß ein Teil der den Fonds zugeflossenen Zinseinnahmen von den Kursverlusten am Rentenmarkt aufgezehrt worden sind. Wenn sich im Oktober das Blatt nicht wendet, kann es sein, daß die Bilanz dieses Monats auch für die Rentenfonds negativ ausfallen, wird. K. W.